• Samenbomben

    Was sind Seedbombs?
    Beim Guerilla-/Urban Gardening gehören die Seedbombs (oder auf Deutsch Samenbomben beziehungsweise Samenball) inzwischen praktisch zum guten Ton. Urbane Gärtner setzen diese gerne ein, um unbegründete Flächen innerhalb der Stadt mit einem einzigen Wurf in eine blühenden Oase zu verwandeln. mehr...
Es handelt sich bei den Samenbomben in der Regel um etwa murmelgroße Bälle aus Erde, welche verschiedene Samenmischungen beinhalten. Gegenüber den herkömmlichen Samenmischungen haben Seedbombs insbesondere beim Guerilla-/Urban Gardening den Vorteil, dass sie nicht eingepflanzt werden müssen. Der urbane Gärtner braucht diese also nur an eine geeignete Stelle zu werfen oder fallen zu lassen - beim nächsten Regenguss beginnen die Samenbomben bereits mit dem Keimen. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Seedbombs beim Guerilla-/Urban Gardening ein gerne verwendetes Hilfsmittel für urbane Gärtner darstellen. Die Samenbomben können jedoch auch außerhalb vom Guerilla-/Urban Gardening zur einfachen Bepflanzung des eigenen Gartens genutzt werden. Denn durch die Sandschicht um die Samenkörner werden diese vor hungrigen Vögeln oder Nagern geschützt.

Woraus bestehen die Seedbombs?
Viele urbane Gärtner stellen die Seedbombs aus Kompost, Tonerde sowie den eigentlichen Samen selbst her. Welche Samen in den Samenbomben verwendet werden hängt von der späteren Standortwahl sowie den Wünschen des Herstellers ab. Mit etwas Wasser versehen lassen sich aus der Mischung handliche Kugeln formen, welche dann getrocknet werden. Wichtig ist es, dass die Samenbomben bis zu ihrem Einsatz trocken gelagert werden. Andernfalls für das Saatgut zu früh keimen. Der hohe Beliebtheitsgrad der Seedbombs hat inzwischen dazu geführt, dass diese auch bereits fertig im Handel gekauft werden können. Wer sich unsicher bei der Herstellung oder der Samenwahl ist, der kauft sich dann einfach die entsprechenden Samenbomben im Geschäft und muss sich nur noch um den geeigneten Standort kümmern.

Dürfen Seedbombs verwendet werden?
Der Einsatz von Samenbomben beim Guerilla-/Urban Gardening durch urbane Gärtner wird teilweise heftig diskutiert. Denn auch wenn urbane Gärtner bei dessen Einsatz sicherlich keine bösen Absichten hegen und die Welt durch das Guerilla-/Urban Gardening nur ein wenig bunter machen möchten, ist rein rechtlich gesehen das Bepflanzen eines Grundstückes ohne Erlaubnis des Besitzers als Sachbeschädigung zu werten. Es sollte also vor dem Auswerfen von Seedbombs immer vorher abgeklärt werden, ob es sich beim ausgewählten Platz um einen Privatbesitz handelt. Ebenso wichtig ist es vorab abzuklären, ob es sich beim ausgesuchten Ort um ein Naturschutzgebiet handelt. Denn das Auswerfen von Samenbomben in einem Naturschutzgebiet ist rechtlich untersagt und kann zu ernsthaften Konsequenzen führen.

Gewissenhafter Einsatz von Seedbombs.
Urbane Gärtner sollten den Einsatz von Samenbomben beim Guerilla-/Urban Gardening jedoch nicht nur von der rechtlichen Seite her betrachten. Denn um der Flora und Fauna nicht zu schaden, sollte auch die der Auswahl der verwendeten Samen gut bedacht werden. Die Pflanzensamen sollten zum Standort passen und nicht dazu führen, dass die dort ansässigen Pflanzen rücksichtslos verdrängt werden. Idealerweise werden also beim Guerilla-/Urban Gardening nur solche Samen in den Seedbombs verwendet, welche in dem Gebiet heimisch sind und zudem auch der Tierwelt als Nahrung dienen. Natürlich sollten urbane Gärtner auch einen Ort zum Auswerfen der Seedbombs auswählen, der für das Pflanzenwachstum geeignet ist. Bei der Platzwahl ist es dementsprechend wichtig, dass hier ausreichend Licht und Erde vorhanden ist. Ansonsten war die ganze Mühe umsonst und die Pflanzenkeime gehen schnell wieder ein. Auch sollte sich der urbane Gärtner bei einem ungenutzten Grundstück im Vorfeld informieren, ob dieses in naher Zukunft bebaut werden soll - Bauarbeiten würden das Wachstum der Samenbomben wortwörtlich im Keim ersticken.

Wo kommen die Samenbomben her?
Die Seedbombs sind keine neumodische Erfindung beim Guerilla-/Urban Gardening. Auch wenn sie für urbane Gärtner ein wertvolles Hilfsmittel zur Begrünung der Welt darstellen - die Geschichte der heutigen Samenkugeln beginnt mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits nach Ende des zweiten Weltkrieges in Japan. Der Reisbauer Masanobu Fukuoka entwickelte diese besondere Aussaat-Methode, um vor allem Reis und Gerste ohne Pflügen seiner Felder als Direktsaat auszubringen. Vermutet wird jedoch, dass Masanobu Fukuoka dieser Methode lediglich ein neues Leben einhauchte - die ursprüngliche Nutzung der Seedbombs soll bereits wesentlich früher bei den alten Ägyptern stattgefunden haben.

Wer auch immer die Samenbomben tatsächlich erfunden hat: Masanobu Fukuoka ist auf jeden Fall für den heutigen Bekanntheitsgrad verantwortlich. Aus diesem Grund ist sein Name beim Guerilla-/Urban Gardening ein oft gehörter Begriff. Der Einsatz vom Seedbombs beim Guerilla-/Urban Gardening ist übrigens auch nicht neu: Urbane Gärtner in New York haben diese Methode der schnellen Bepflanzung bereits 1973 genutzt.
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