Städtische Kleingärten

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Städtischen Kleingärten – eine Art Vorläufer von URBAN GARDENING
Grundsätzlich ist das Gärtnern in der Stadt nicht neu, doch im Gegensatz zum URBAN GARDENING wurde und wird es allein oder von Familien im eigenen Garten ausgeübt. Schon immer gab es Bürger, die um ihre Häuser herum Ackerflächen bewirtschafteten. Parallel zu diesen privaten Gärten gab es bis ins letzte Jahrhundert hinein in vielen Staaten große öffentliche Areale, auf denen gewerbliche Betriebe bzw. selbstständige Bauern Obst und Gemüse anpflanzten und damit die notwendige Versorgung der Stadtbevölkerung garantierten.

Städtischen Kleingärten

Diese Versorgung war notwendig, da viele der angebauten Produkte innerhalb kurzer Zeit verdarben und deshalb längere Transportwege nicht möglich waren. Erst die Entwicklung von neuen und schnelleren Transportmöglichkeiten, von Kühlaggregaten usw. im vorigen Jahrhundert sorgte für Möglichkeit, auf innerstädtischen Anbau weitgehend zu verzichten, so dass diese Flächen nach und nach dem ständig wachsenden Wohnungsbau bzw. der Gewerbe- und Industrieansiedlung zugeführt werden konnten.

Vor etwa 150 Jahren begann in deutschsprachigen Raum die Zeit der Schreber- bzw. Kleingärten, gedacht für weniger gut betuchte Bürger ohne Haus und Garten. Besonders in Stadtgebieten und am Stadtrand bildeten sich Kleingartenkolonien. War bis vor wenigen Jahrzehnten die Selbstversorgung der Pächter dieser Parzellen mit Obst und Gemüse Hauptzweck, ist seitdem vielfach der Erholungsfaktor vorrangig.

Die meisten „Laubenpieper“ wollten - auch wenn die Ökologie bzw. der Natur- und Umweltschutz eine Rolle spielte - nur einen schönen Garten mit Rasen und Zierpflanzen. Doch diese Entwicklung scheint zumindest gestoppt, denn immer mehr auch junge Menschen und Familien erkennen die Vorzüge eigener Gemüseanpflanzungen und damit einer gesunden Ernährung.

Weitere Initiativen im Kleingartenbereich waren vor gut einem Jahrhundert sog. Arbeitergärten und Werkskleingärten, die für eine bestimmt Zielgruppe gedacht waren. So gab es u.a. Gärten für Bergbauarbeiter und Bahnangestellte, vorrangig mit dem Ziel, die Leute an die Unternehmen zu binden. Doch alle Kleingärten hatten – im Laufe der Zeit anerkannt auch von der Politik – für die Bevölkerung auch einen weiteren Nutzen: sie halfen zum Überleben in Kriegs- und Notzeiten, indem sie eine bedeutende Rolle bei der Versorgung mit Obst und Gemüse sowie Fleisch von Kleinvieh spielten. Heutzutage gibt es in Deutschland mehr als eine Million Kleingärten, viele davon auch in Klein- und Großstädten. So hat z.B. in Hamburg jeder 50ste Einwohner einen Kleingarten, in Leipzig sogar fast jeder 15te.