Was ist Aktivkohle

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Unter Aktivkohle versteht man künstlich hergestellte, äußerst poröse und reine Kohlenstoffe mit sehr großer innerer Oberfläche (4 g Aktivkohle haben etwa die Oberflächengröße eines Fußballfeldes). Es ist damit das Material mit der größten inneren adsorptiv wirksamen Oberfläche. Gewonnen wird dieses Material vorwiegend aus pflanzlichen Rohstoffen wie Torf, Holz (neuerdings auch Bambus), Kokosnussschalen, Braun- oder Steinkohle, aber auch aus Kunststoffabfällen und Erdölprodukten. Verhältnismäßig selten werden auch tierische Stoffe wie Knochen und Tierblut verwendet. Die Einsatzgebiete von Aktivkohle sind vielfältig, in erster Linie wird sie jedoch zur Reinigung von Wasser und Luft von organischen Schadstoffen eingesetzt.

Was ist Aktivkohle

Entstanden sind die wesentlichen Rohstoffe für Aktivkohle, nämlich Steinkohle, Braunkohle und Torf, vor über 200 Millionen Jahren. Damals herrschte auf der Erde ein heißes und feuchtwarmes Klima und sie war bedeckt von Wäldern und Sümpfen. Durch Absenkungen, Erdbeben und Überschwemmungen in den darauf folgenden Jahrmillionen verfaulten die Pflanzen und Bäume und wurden unter Sedimenten (Ablagerungen) begraben. In Verbindung mit kohlenstoffhaltigen Gasen entstanden so die kohle- und torfhaltigen Erdschichten. Genutzt wurden diese Kohlevorkommen nach heutiger Erkenntnis erst seit zwei bis drei Jahrtausenden.

Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden Kohle und Torf vorwiegend als Heizmaterial verwendet. Dann fand man – zuerst bei Holzkohle – heraus, das Kohle eine Adsorptionswirkung hat, d.h. sie war in der Lage, bestimmte Flüssigkeiten zu entfärben. Aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts begann man Aktivkohle in großen Mengen herzustellen. Insbesondere durch ständig verbesserte und optimierte Produktionsverfahren und neue Ausgangsmaterialien hat sie seitdem immer mehr an Bedeutung gewonnen. Heute werden jährlich über 250.000 Tonnen weltweit hergestellt.