NPK-Dünger

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NPK-Dünger – Werte, Zusammensetzung, Vorteile

Im Zusammenhang mit Begriffen wie Dünger, Garten, Pflanzennährstoffe usw. fällt immer wieder die Buchstabenkombination NPK bzw. der Begriff NPK-Wert. Was bedeuten diese offensichtlich wichtigen Begriffe und was haben sie für einen Einfluss auf schöne, gesunde Blumen und robuste und (oder) ertragreiche Pflanzen?

Die Buchstaben sind die chemischen Bezeichnungen für die drei wesentlichen Bestandteile von mineralischen NPK-Düngern (Mehrnährstoffdünger,Volldünger):

  stickstoff  „N“ ist das chemische Zeichen für Stickstoff. Stickstoff übernimmt vielfältige Funktionen in der Pflanze und ist deshalb ganz besonders wichtig. Hauptsächlich ist es für das Wachstum der Pflanzen sowie deren Regeneration verantwortlich. Ist zu wenig Stickstoff vorhanden, wachsen die Pflanzen nicht ausreichend und ein eventueller Ertrag verringert sich. Ein Überschuss dagegen hat mehrere Nachteile: sie führt zu einer verzögerten Blütenbildung und Fruchtreife, das Pflanzengewebe wird sehr weich und dadurch weniger standfest und letztendlich treten vermehrt Krankheiten und Schädlinge auf, so dass auch die Erträge zurückgehen.

phosphorMit „P“ wird Phosphor bezeichnet, auch ein Hauptnährelement. Die wesentlichen Funktionen von Phosphor sind die Übertragung und Speicherung von chemischer Energie und die Wurzelbildung. Außerdem ist es unerlässlich für die Fotosynthese. Phosphor ist also hilfreich von Anfang an, d.h. es unterstützt das Samenkorn z. B. bei der Samung. Aber auch später bei der Blütebildung wird es gebraucht. Ein Mangel an Phosphor bewirkt, dass die Pflanzen klein und kümmerlich und die Stengel dünn bleiben. Zudem verfärben sich die Blätter, die Wurzeln wachsen kaum und die Blüte verzögert sich. Dagegen schädigt ein (selten vorkommender) Überschuss an Phosphor die Pflanzen indirekt, indem nicht so viele Spurenelemente zur Verfügung stehen.

KaliumUnter „K“ versteht man Kalium, den dritten wesentlichen Nährstoff. Dieser Stoff sorgt für die Wasseraufnahme und somit für einen entsprechenden Wasserhaushalt der Pflanze. Verbunden damit ist ein kräftiges Gewebe und eine hohe Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit. Gleichzeitig fördert es die Resistenz gegen Krankheiten, extreme Witterung wie Kälte usw. Durch Kaliummangel wird die Pflanze schlaff und die Wurzelbildung wird beeinträchtigt. Außerdem transpiriert die Pflanze in Trockenzeiten mehr und nimmt weniger Wasser auf. Ein Zuviel an Kalium sorgt für eine zu hohe Salzkonzentration und dadurch für eine reduzierte Aufnahme positiver Nährelemente wie Magnesium usw.

Neben den drei vorgenannten Hauptnährstoffen, die in größeren Mengen in NPK-Dünger vorhanden sind, brauchen Pflanzen für das Wachstum und die Bildung von Biomasse noch weitere wichtige Nährstoffe wie Kalzium, Magnesium und Schwefel sowie Spurenelemente (Kupfer, Zink, Eisen usw.). Deshalb kommen auch diese im Dünger vor, allerdings nur in untergeordneter Menge.

Da nicht alle Pflanzen den gleichen Nährstoffbedarf haben, gibt es NPK-Dünger in unterschiedlicher Zusammensetzung. D. h. von dem Stoff, der für die Pflanze besonders wichtig ist, ist mehr im Dünger vorhanden bzw. in stärkerer Konzentration. Die unterschiedlichen Zusammensetzungen werden deutlich durch jeweils andere Zahlenreihen auf dem Produkt, dem sog. NPK-Wert. So nimmt man beispielsweise für Grünpflanzen einen Dünger mit einem Wert von 7-3-6 (7% Stickstoff, 3% Phosphor und 6% Kalium) oder 14-8-20, während für Blühpflanzen mit einem erhöhten Phosphorbedarf z.B. ein 7-8-6- oder 6-8-7-Dünger empfehlenswert ist. Wichtig ist dabei das Verhältnis der Nährstoffe zueinander, denn die Nährstoffkonzentrationen sind sehr unterschiedlich, so dass man mal mehr oder weniger des Düngers verwenden muss.

Hinweis: Die Zahlenwerte und die Nährstoffverhältnisse sind als Anhaltspunkte zu verstehen – mehr nicht. Ein striktes und unabdingliches Befolgen ist nicht notwendig und möglich, da man den genauen Bedarf der Pflanzen sowieso nicht kennt. Eben sowenig wie die Inhalte des Substrats, in dem sie wachsen. Empfehlenswert ist deshalb manchmal eine vorherige Bodenanalyse.. Durch sie erfährt man ganz genau, wie der Boden beschaffen ist und welche Nährstoffe evtl. fehlen. NPK-Dünger sollte man vorwiegend dann verwenden, wenn die Pflanzen besonders viele Nährstoffe benötigen. Dies ist besonders – aber nicht nur – in der Wachstumsphase der Fall. Der Grund dafür ist die Tatsache, das viele Böden und Substrate in jener Zeit einen Mangel an Phoshor, Kalium & Co. haben oder im Laufe der Zeit bekommen. so dass sie für ein gutes und ausreichendes Pflanzenwachstum nicht ausreichend versorgt sind.

NPK-Dünger gibt es in fester (Mikrogranulate, Granulate) und flüssiger Form. Für die Pflanzen ist es eigentlich unerheblich, welchen Dünger man wählt, solange die Zusammensetzung gleich ist. Trotzdem haben beide Arten Vor- und Nachteile:

Feststoffdünger

Fester NPK-Dünger gibt seine Nährstoffe nur langsam ab. Er hat somit eine Langzeit- Wirkung, was viele Gartenbetreiber sehr schätzen. Zudem wird er bei Regen nicht so schnell aus der Erde gewaschen. Somit ist er prädestiniert für das Freiland. Dünger dieser Art wird den Pflanzen üblicherweise durch die sog. Oberflächendüngung zugeführt, d.h. das Produkt wird gleichmäßig auf die gesamte Bodenfläche aufgestreut und nicht eingearbeitet. Lediglich bei tief wurzelnden Pflanzen (z.B. Obstgehölzen und Bäumen) wird eine Tiefendüngung bevorzugt, um die Wurzeln schneller und besser versorgen zu können. Auch eine Punktdüngung kommt mit festem Dünger in Frage.

Flüssiger NPK-Dünger wird meistens bei Kübel- und Topfpflanzen angewandt, seltener bei Freiland-Kulturen. Dabei kommt sowohl das Gießverfahren (dem Gieß- wasser wird flüssiger Dünger beigefügt) als auch die Punktdüngung in Frage, die gezielt einzelne Pflanzen versorgt. Bei wenigen Pflanzen (z.B. Orchideen und Tillandsien) empfiehlt sich auch eine sog. Blattdüngung (auf die Unterseite der Pflanzenblätter).

Flüssigdünger

Fazit: Mehrnährstoffdünger (NPK) haben – abgesehen vom etwas höheren Preis – viele Vorteile. Sie sind einfach zu handhaben und sehr nährstoffreich Sie sollten dort eingesetzt werden, wo speziell ein Mangel an allen Hauptnährstoffen besteht. Ist das nicht der Fall, kann man auch Zweinährstoffdünger oder Einnährstoffdünger verwenden. Diese haben lediglich zwei (z.B. Kalium und Magnesium) oder sogar nur einen wesentlichen Nährstoff (z.B. Stickstoff) und sind deshalb häufig nicht so teuer wie NPK-Düngemittel.