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Falscher Mehltau

Der Begriff „Mehltau“ umfasst mehrere verschiedene Pilzarten, die zwar alle eine ähnliche Lebensweise haben, jedoch immer nur eine bestimmte Pflanzenart befallen. Am bekanntesten sind der Falsche Mehltau und der →Echte Mehltau, unter deren Namen jeweils unterschiedliche Mehltauarten zusammengefasst werden. Die Pilze beider Arten richten erheblichen Schaden an, indem sie ihren Wirtspflanzen Nährstoffe entziehen. Dadurch gehen die Pflanzenteile ein, manchmal sterben auch ganze Pflanzen ab. Beide Mehltauarten werden zwar häufig verwechselt, sind jedoch nicht miteinander verwandt. Außerdem entwickeln sie sich unter ganz unterschiedlichen Bedingungen: der Echte Mehltau „liebt“ Trockenheit, während der Falsche Mehltau, der besonders auf krautigen Pflanzen anzutreffen ist, feuchtes Klima braucht bzw. bevorzugt.

Der Falsche Mehltau ist seit etwa 150 Jahren in Europa bekannt und besonders in der Landwirtschaft und im Gartenbau gefürchtet. Im heimischen Garten ist er seltener als der Echte Mehltau anzutreffen.

Falscher Mehltau

Auftreten:
Im Gegensatz zum Echten Mehltau erscheint der Falsche Mehltau sowohl auf den Blattober- als auch -unterseiten. Auf den Oberseiten sind es zuerst weißlich-graue bis gelbe Flecken, die zu erkennen sind. Diese Pilze durchdringen dann das Blattgewebe und sind auf der Rückseite als weißer bis grauvioletter Belag feststellbar. Ein identisches Schadbild verursachen auch Erreger dieses Namens, die Pflanzen an Trieben, Ästen, Wurzeln sowie am Wurzelhals befallen und schädigen können.

Die verschiedenen Arten des Falschen Mehltaus treten besonders an Kartoffeln, Tomaten, Spinat, Zwiebeln, Salat, Kohlarten, Weinreben, Rosen und anderen Zierpflanzen auf. Aber auch Apfel-, Birnen-, Walnuss, Eichen- und Quittenbäume usw. können heimgesucht werden. Jedoch nur durch Bodenpilze, die die Wurzeln usw. angreifen (→Wurzelfäule, →Stammfäule)

Vermehrung:
Wie viele andere Pilze auch verbreiten sich die Pilze am schnellsten in feuchter Wärme, besonders im Frühjahr und Herbst. Auch milde Winter tragen dazu bei. Hohe Temperaturen und Trockenheit über einen längeren Zeitraum können ihnen nichts anhaben, denn sie haben besonders resistente Sporen, die dann in eine Art „Winterschlaf“ fallen und bei günstigeren Bedingungen sofort wieder aktiv werden.
Wie andere Pilze auch, pflanzt sich der Falsche Mehltau sowohl sexuell als ungeschlechtlich fort. Allerdings kommt es sehr selten zur geschlechtlichen Vermehrung, bei der das Erbgut neu zusammengefügt wird. Meistens kommt die asexuelle (ungeschlechtliche) Vermehrung zum Tragen, bei der die Nachkommen und der Mutterpilz erbgleich sind.

Eine Übertragung der Pilzsporen auf andere Pflanzen erfolgt in erster Linie durch den Wind.

Schaden:
Manchmal richtet Falscher Mehltau erheblichen Schaden an. Das gilt besonders für den Weinanbau und die gewerbliche Landwirtschaft, manchmal auch für den Heimgarten-Bereich und Gewächshäuser. Wenn man nicht aufpasst, kann die gesamte Ernte ausfallen. Je nach Art der Pflanze und des Falschen Mehltaus sowie nach dessen Menge vergilben die Blätter und fallen ab, welken die Pflanzen und / oder fallen um und gehen ein, sterben die Blattspitzen ab, schrumpfen die Beeren, entwickeln Wurzeln sich schlecht und Blüten bringen keine oder unterentwickelte Früchte hervor.

Vorbeugende Maßnahmen:
Zur Vorbeugung können folgende Maßnahmen getroffen werden:
  • Nur resistente und widerstandsfähige Pflanzensorten einsetzen
  • Das Erdreich gut locker halten
  • Für gute Durchlüftung der Pflanzen mittels ausreichender Pflanzabstände sorgen, damit die Pflanzen nach Feuchtigkeitseinfluss schnell wieder abtrocknen können.
  • Regelmäßiges Schneiden unterstützt diese Maßnahme
  • Gewächshäuser häufig, regelmäßig und gut lüften
  • in feuchten Lagen keine Pflanzen anbauen
  • Evtl. einen Regenschutz bauen, besonders für Tomaten, Rosen u.ä.
  • Regelmäßiges und maßvolles Gießen am Morgen (möglichst nicht von oben)
  • Eine Überdüngung vermeiden und „passenden“ Dünger einsetzen (Kalium statt Stickstoff)
  • Pflanzenstärkungsmittel wie z.B. Schachtelhalm-Extrakt und Steinmehl verwenden.
  • Das gilt auch für Jungpflanzen, die von Brennnessel-Jauche u.ä. profitieren.
  • Eine dreijährige Fruchtfolge einhalten
Bekämpfung:
Auch wenn ein Befall mit Falschem Mehrtau bereits stattgefunden hat, gibt es einige erfolgversprechende Maßnahmen:
  • Sofortige Entfernung und Vernichtung der befallenen Pflanzen (nicht auf dem Kompost, sondern in die Hausmülltonne). Evtl. reicht es auch aus, nur die befallenen Blätter und Triebe zu kappen und zu entsorgen.
  • Abgefallenes Laub unverzüglich und sorgfältig beseitigen
  • Regelmäßiges Jäten von Unkräutern zwischen und neben den Pflanzen
  • Einsatz von im Handel erhältlichen chemischen Pflanzenschutzmitteln. Es gibt Kombi-Präparate für mehrere Schädlingsarten und Mono-Produkte für Falschen Mehltau. Auch wenn diese Maßnahme nicht unumstritten ist, ist sie gleichwohl wirksam, besonders bei starkem Befall. Manchmal wird aber auch empfohlen, diese Fungizide gleich bei beginnendem Befall zu verwenden.

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