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Sitkafichtenläuse (Fichtenröhrenläuse)

Die Sitkafichtenläuse (auch Fichtenröhrenläuse genannt) haben ihren Namen von der Sitkafiche, deren Heimat der Nordwesten Amerikas ist. Obwohl diese Fichtenart bereits seit etwa 150 Jahren auch im europäischen Raum heimisch ist, haben sich die Sitkafichtenläuse erst in den letzten 50 Jahren in Europa angesiedelt.
Die Sitkafichtenläuse sind mit den Blattläuen verwandt, was sich auch in ihrem Aussehen widerspiegelt. Sie werden 1-2 mm groß und haben in der Regel einen leuchtend grün gefärbten Körper. Ein besonderes Merkmal sind ihre markanten, hervorstehenden rostroten Augen. Wie fast alle Läuse gehören sie zur großen Gruppe der saugenden Insekten, da sie den Wirtspflanzen den Saft absaugen.

Auftreten:
Sitkafichtenläuse sind nicht nur – wie man denken könnte - auf Sitkafichten, sondern auch auf Blaufichten und Omorikafichten anzutreffen. Die einheimischen Fichten dagegen werden selten befallen, Tannen und andere Nadelhölzer gar nicht. Grundlage eines Befalls sind häufig staunasse oder zu trockenen Böden. Da die Läuse licht-geschützte Bereiche bevorzugen, werden die inneren Areale der Bäume zuerst aufgesucht. Dort suchen sie sich (untypisch) anfangs alte Gehölzteile, um an deren Nadeln (Unterseite) die Zellen anzustechen und auszusaugen. Klebrige Ausscheidungen (Honigtau) wie bei anderen Lausarten gibt es nicht. Frischer Austrieb wird nicht geschädigt. Besonders nach milden Wintern kommt es nicht selten zu massiven →Vermehrungen. Bei sehr starkem Befall findet man bis zu 10 Läuse auf einer Nadel. Um festzustellen, ob bzw. ob ein starker Befall vorliegt, sollte man eine Klopfprobe machen. Dazu hält man ein weißes DIN-A4-Blatt unter die inneren Äste und klopft dann gegen diese. Sind mehr als fünf Läuse auf dem Papier erkennbar, ist eine sofortige Bekämpfung angeraten.

Sitkafichtenläuse

Vermehrung:
Die Vermehrung von Sitkafichtenläusen geschieht auf geschlechtlichem Wege (ungeflügelte Weibchen und geflügelte Männchen) oder per sog. Jungfernzeugung. Dass die Entwicklung unterschiedlich ist, hängt mit den jeweiligen klimatischen Bedingungen zusammen. Ist der Winter sehr kalt (unter -14 Grad), überleben nur die im Spätherbst befruchteten Eier. Sie werden werden meist an den Nadeln abgelegt. Im Frühjahr entwickeln sich daraus Larven, die schon nach 3 Wochen fortpflanzungsfähig sind. Bei einem milden Winter überleben neben den o.g. Eiern auch die Weibchen. Sie beginnen schon im Winter mit der ungeschlechtlichen Vermehrung, d.h. sie bringen lebende Larven zur Welt. Dadurch entwickelt sich schnell eine sehr große Population mit entsprechendem Schadpotential. Milde Märztemperaturen fördern die Geburtenrate zusätzlich.

Schaden:
Sitkafichtenläuse schaden den älteren Baumnadeln nicht nur durch das Absaugen des Saftes, sondern auch durch den dabei injizierten giftigen Speichel. Erkennbar ist ein Befall zunächst durch gelbliche Flecken auf den Nadeln. Später werden die gesamten Nadeln zunächst gelb, danach braun. Damit sind sie tot und fallen ab. Besonders betroffen sind - wie gesagt – die inneren Bereiche und unteren Astbereiche. Eine derartige mehrjährige starke Schädigung sorgt für eine zunehmende Verkahlung der Bäume und letztendlich zu deren Absterben.

Vorbeugende Maßnahmen:
Viele vorbeugende Maßnahmen gibt es nicht. Für einen guten Standort zu sorgen, ist davon die wichtigste. Eine nicht sehr windgeschützte Lage ist angeraten und der Boden sollte locker, gleichmäßig feucht (regelmäßige Wasserversorgung auch im Winter) und dabei nicht zu nährstoffarm sein. Außerdem empfiehlt sich die Ansiedelung von natürlichen Gegenspielern wie Schwebfliegen, Marienkäfer usw. durch das Aufstellen von sog. Insektenhotels. Letztlich ist eine wöchentliche Klopfprobe (→Auftreten) ratsam.

Sitkafichtenläuse

Bekämpfung:
Sehr stark geschädigte Bäume regenerieren sich nicht wieder und sterben ab. Deshalb ist es sinnvoll, bei Feststellung eines Sitkafichtenlaus-Befalls (→Auftreten / Klopfprobe) möglichst sofort mit der Bekämpfung zu beginnen. Das diese nur bei jüngeren und deshalb nicht allzu große Bäumen möglich ist, liegt in der Natur der Sache.

Wie schon im Rahmen der →Vorbeugenden Maßnahmen gesagt können auch noch bei einem (nicht allzu starkem) Befall sog. Nützlinge wie Marienkäfer, Schlupfwespen und Flor- und Schwebfliegen (bzw. deren Larven) für eine Dezimierung der Schädlinge sorgen.

Nützlings- und Vögel schonende Präparate auf Rapsöl- (bzw. Mineralöl-) oder Kaliseifenbasis eignen sich gut zur Bekämpfung. Besprüht werden sollten mittels einer Rückspritze alle Zweige von unten und oben bis an den Stamm. Dies gilt sowohl für die betroffenen Bäume als auch für die danebenstehenden. Je sorgfältiger man dabei vorgeht, umso wirkungsvoller ist die Behandlung. Eine mindestens einmalige Wiederholung dieser Tätigkeit im Abstand von zwei Wochen ist sinnvoll. Wichtig ist dabei die richtige Außentemperatur. Sie sollte über 5 Grad Celsius betragen.

Wirkungsvolle Insektizide gibt es zwar auch, sie sind jedoch ökologisch bedenklich. Wenn überhaupt, sollten sie nur von Fachfirmen eingesetzt werden.

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