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Spinnmilben

Die achtbeinigen Spinnmilben sind eine Unterart der Milben, die zur Gruppe der Spinnentiere (also nicht der Insekten) gehören. Es gibt unter den braunen, gelbgrünen oder rot gefärbten Milben (jahreszeitabhängig) sowohl nützliche als auch schädliche Milben. Die Spinnmilben gehören zu letzteren, da sie den Pflanzen den Saft aussaugen. Erkennen kann man sie kaum, da sie nur gut einen halben Millimeter groß sind. Lediglich große Kolonien bestimmter Arten sind auffällig, da sie ein feines Gespinnst auf den Pflanzen erzeugen. Weltweit gibt es über 1000 verschiedene Arten, in Deutschland weit weniger. Am verbreitetsten sind hierzulande die Gemeine Spinnmilde (Bohnenspinnmilbe, im Herbst auch Rote Spinne genannt) und die Obstbaumspinnmilbe, die sich besonders an Obst aber auch an Beeren gütlich tut.

Spinmilben

Auftreten:
Spinnmilben leben vorwiegend auf den Unterseiten von Pflanzenblättern. Dort saugen sie die äußeren Blattzellen aus, so dass die Blätter an der Oberseite erst helle Sprenkelungen bekommen und dann braun werden. Danach vertrocknen sie häufig und fallen ab. Ein Befall mit Gespinnsten (wie bei Spinnen) ist in der Regel der Gemeinen Spinnmilbe zuzuschreiben. Viele der verschiedenen Spinnmilbenarten haben ihre eigenen Wirtspflanzen, d.h. sie sind nur auf bestimmten Pflanzen anzutreffen. So kommt z.B. die Efeuspinnmilbe lediglich bei Efeupflanzen vor. Andere dagegen haben ein etwas breiteres „Freßspektrum“. Die Gemeine- oder Bohnenspinnmilbe beispielsweise „liebt“ nicht nur Bohnen, sondern auch viele andere Gemüse, Obst, Zierpflanzen sowie Hopfen und Weinreben. Im Grow-Bereich werden Cannabispflanzen befallen. Da Spinnmilben trocken-warme Bedingungen bevorzugen, trifft man sie besonders häufig in Gewächshäusern und in warmen Innenräumen (in Heizungsnähe) an. Aber auch (ab Juni) im Freiland sind sie bei höheren Temperaturen präsent.

Vermehrung:
Spinnmilben erreichen nicht selten eine große Population, die auf eine schnelle Vermehrung zurückzuführen ist. Die Weibchen legen bei sehr warmen Temperaturen alle 1- 2 Wochen 100-200 Eier, d.h. in einem „guten“ Sommer entstehen so 8-10 Generationen. Aus den Eiern gehen dann Larven hervor, die sich anschließend zu Nymphen entwickeln und letztendlich ausgewachsene Milben sind. Je nachdem, ob die Eier durch ein Männchen befruchtet worden sind oder nicht (Jungfernzeugung), ist der Nachwuchs weiblich oder männlich.

 

Spinnmilben

 


Schaden:
Besonders im Gemüseanbau und in Treib- oder Gewächshäusern bzw. im Indoor-Bereich ist der Schaden häufig immens, den Spinnmilben anrichten. Durch ihr Aussaugen der Zellen und den damit verbundenen Blattverlust können im Extremfall sogar ganze Pflanzen eingehen oder die Erträge und die Fruchtqualität darunter leiden. Da sie außerdem – wie auch die Blattläuse - als Überträger von Viren gelten, können sie die Pflanzen auch auf diese Art und Weise schädigen.

Vorbeugende Maßnahmen:
Das wichtigste Kriterium ist für ein „gutes“ Klima zu sorgen, d. h. die Pflanzen und ihren Böden immer ausreichend Feuchtigkeit zukommen zu lassen. Zusätzlich ist, besonders in geschlossenen Räumen wie einem Gewächshaus, evtl. das Besprühen mit Wasser sinnvoll oder der Einsatz eines Luftbefeuchters. Vorbeugen lässt sich außerdem durch eine gute Pflege sowohl der Pflanzen als auch des Substrats. Auch die Stärkung der Pflanzen ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Thema, da sich Spinnmilben vor allem auf schwachen und unter Mangelerscheinungen leidenden Pflanzen niederlassen. Eine Stärkung erreicht man durch eine ausgewogene und gezielte Düngung, bei der Kalium eine wichtige Rolle spielt. Die Stickstoffbeigabe sollte dagegen nur gering sein. Auch pflanzliche Brühen (Brennnessel, Schachtelhalm) sowie Niemöl-(Neemöl-) Produkte unterstützen die Abwehr von Schädlingen, ebenso wie die Förderung der natürlichen Feinde der Spinnmilben. Bei geschlossenen Quartieren (Gewächshäuser u.ä.) empfiehlt sich eine häufige Lüftung.

Bekämpfung:
Die einfachste Methode ist das Abspritzen mit einem kalten, harten Wasserstrahl (besonders an der Unterseite der Blätter) über mehrere Tage, manchmal reicht auch ein Standortwechsel aus. Besonders wirkungsvoll ist diese Herangehensweise bei lediglich leicht befallenen Pflanzen. Dies gilt auch für den gezielten Einsatz von Raubmilben, die im Handel erhältlich sind. Sie sollten möglichst frühzeitig auf die Blätter gestreut werden, um Anfangsbefall zu elemenieren. Bei entsprechenden Bedingungen vermehren sich Raubmilben rasend schnell, so dass die Spinnmilben wenig Chancen haben. Bewährt hat sich diese biologische Art der Schädlingsbekämpfung besonders für geschlossene Räume (Gewächshäuser, Fensterbänke in Wohnzimmern u.ä.). Letztendlich wirken auch sog. Niem- bzw. Neemöl-Produkte, bestimmte Tees und Jauchen (z.B. aus Brennnesseln) gut gegen kleinere Spinnmilben-Populationen. Besonders wirkungsvolle zu 100% organische Konzentrate wie z.B. das Spidermite sind ebenfalls eine effiktive Waffe.

Auch bei vergeblicher Bekämpfung oder besonders starkem Befall kann man etwas tun. Am einfachsten ist das Abschneiden der befallenen Pflanzenteile und deren Entsorgung (Verbrennen oder Hausmüll). Ist das nicht möglich oder gewollt, bleiben meist nur Pflanzenschutzmittel (Insektizide) zur Bekämpfung übrig. Das dabei möglichst nützlingsschonende Produkte verwendet werden sollten, ist selbstverständlich. Manche von ihnen vernichten nicht nur die Milben, sondern auch deren abgelegte Eier, was neuen Befall verhindert. Für Innenraumpflanzen haben sich Stäbchen und Sticks bewährt, die über einen längeren Zeitraum ihre Wirkstoffe abgeben. Der Nachteil von Pflanzenschutzmitteln ist die nicht zu unterschätzende Gefahr, dass die Schädlinge schnell resistent gegen sie werden.

 

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