Zucht ohne Erde

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Ursprünglich definierte Gericke Hydrokultur als Kulturanbau in Mineralnährstofflösungen ohne ein festes Medium für die Wurzeln. In gedruckter Form widersprach er Leuten, die den Ausdruck „Hydrokultur“ auf andere Zuchtmethoden ohne Erde, wie z.B. Sand-Kultut oder Kieskultur, übertrugen. Die Abgrenzung zwischen Hydrokultur und einer Pflanzkultur ohne Erde ist häufig verwischt worden. Pflanzkultur ohne Erde ist ein weitgefassterer Begriff als Hydrokultur, er impliziert lediglich, dass keine Erdarten mit Ton oder Lehm verwendet werden.

Hydrokultur in Mineralnährstofflösungen

Es ist zu bedenken, dass Sand zwar eine Art von Erde ist, dennoch wird die Sand-Kultur als Pflanzkultur ohne Erde betrachtet. Hydrokultur ist eine Untergruppe der Pflanzkultur ohne Erde. Viele Arten der Pflanzkultur ohne Erde verwenden nicht die Mineralnährstoff-Lösungen, die für die Hydrokultur erforderlich sind.

Jährlich werden Milliarden von Containerpflanzen produziert, dazu gehören Obstbäume, Schatten spendende Bäume, Sträucher, Setzlinge für Wälder, Gemüsesetzlinge, Beetpflanzen, Stauden und Rebstöcke. Die meisten Containerpflanzen werden gemäß der Pflanzkultur produziert, die auf Erde als Medium verzichtet. Die meisten Pflanzen werden jedoch nicht gemäß der Methode der Hydrokultur gezogen, da das erdlose Medium häufig einige der Mineralnährstoffe mittels Langzeitdünger, Kationenaustausch und Zersetzung des organischen Mediums selbst liefert.

Die meisten erdlosen Medien für Containerpflanzen enthalten auch organische Materalien wie z.B. Torf oder kompostierte Rinde, welche die Pflanze mit etwas Stickstoff versorgen. Der Treibhausanbau von Pflanzen in Torfbeuteln wird häufig als Hydrokultur bezeichnet, genau genommen ist dieses aber nicht der Fall, da das Medium einige der Mineralnährstoffe liefert.