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Blattwespen

Blattwespen gehören zur Gruppe der Hautflügler und haben keine Analogie zu den bekannten Wespen. Man könnte sie eher für Fliegen halten, denn sie sind verhältnismäßig unscheinbar und schwarz oder braun gefärbt. Je nach Art werden sie wenige Millimeter bis zwei Zentimeter groß. In Deutschland sind sie mit über 500 Arten vertreten, von denen einige wie die Grüne Blattwespe als Nützlinge deklariert werden, da sie bestimmte schädliche Kleininsekten dezimieren.

Andere Blattwespenarten (Rosenblattwespen, Kieferngspinstblattwespen, Kirschblattwespen, Kohlrübenblattwespen u.ä.) gelten als Schädlinge. Fast immer sind es jedoch die Larven (Afterraupen) dieser Blattwespen, die die Schäden anrichten. Sie erreichen Größen bis zu einem Zentimeter und haben acht Beinpaare. Im Gegensatz zu ihren „Eltern“ sind sie farblich markanter, d.h. je nach Art gelblich-grün, rot, schwarz oder mehrfarbig. Vom Aussehen her sind sie Schmetterlingslarven sehr ähnlich. Auf dem Nahrungszettel der häufig zu mehreren auftretenden Larven stehen neben den Blättern etlicher verschiedener Laubbäume auch die von Sträuchern und krautigen Pflanzen. Ihr Fressverhalten ist unterschiedlich und abhängig von der Art (→Auftreten). Gut erkennen kann man sie an ihrer S-förmigen Schreckhaltung bei Störungen.

Auftreten:
Bevorzugt halten sich die schädlichen Larven an den Unterseiten der Blätter auf, egal ob sich die Pflanzen im Garten, auf der Terrasse, im Haus oder in der Natur befinden. Dabei „lieben“ sie je nach Art u.a. Blumen wie Rosen und Geranien, Obst wie Kirschen und Stachelbeeren, Gemüse (Kohl) sowie Sträucher (Berberitze) und Laubbäume. Ein unterschiedliches Fressverhalten ist dabei festzustellen. Häufig ist es (von den Blatträndern ausgehend) der Fensterfraß (das gesamte Blatt bis auf die mittlere Hautschicht wird abgenagt), manchmal sind es allerdings auch andere Fressarten (Lochfraß, Randfraß, Kahlfraß, Minierfraß) die praktiziert werden.

Vermehrung:
Grundlage der Vermehrung ist entweder die sexuelle Vereinigung zwischen Männchen und Weibchen oder die sog. Jungfernzeugung. Während ihrer Hauptflugzeit zwischen Juni bis August legen die Weibchen bis zu 100 Eier auf den Blättern der Wirtspflanzen ab. Aus diesen entwickeln sich innerhalb von zwei Wochen die Larven, die je nach Art und Menge die Blätter mehr oder weniger stark und schnell schädigen (→Auftreten). Die Blattwespenart spielt auch eine Rolle bei der Häufigkeit der Larvenproduktion.

Blattwespenlarven

Bei günstigen, d.h. in erster Linie warmen Temperaturen können sich innerhalb eines Jahres mehrere (bis zu 5) Larvengenerationen entwickeln. Die Larven überwintern in einem Kokon, in dem die Verpuppung stattfindet, im Boden. Erst im Frühjahr (Anfang Mai) beginnt der Schlupf der ersten Wespengeneration, 14 Tage später die Eiablage, dann der Blattfraß als Raupe bis hin zur Verpuppung im Erdreich. Bei der zweiten bis max. fünften Larvengeneration ist der Ablauf genauso.
Sind die äußeren Bedingungen (Witterung usw.) nicht optimal und/oder gibt es sehr kalte Winter, wird meist nur eine Generation pro Jahr gebildet. Bis zu sechs Jahre können die verpuppten Larven in der Erde überdauern.

Schaden:
Der Schaden, den Blattwespen-Larven anrichten, ist je nach Gattung bzw. Art und Größe der Population unterschiedlich, wobei auch die äußeren Bedingungen eine Rolle spielen. Besonders in der Land- und Forstwirtschaft können bestimmte Blattwespen erhebliche Schäden anrichten, aber auch im heimischen Garten kann der Blattfraß zum Pflanzensterben führen.

Blattwespen

Vorbeugende Maßnahmen:
100prozentig wirkende vorbeugende Maßnahmen gibt es nicht. Neben einer guten Gartenpflege ist in jedem Fall eine regelmäßige Befall-Kontrolle empfehlenswert. Auch die Wahl von robusten, unempfindlichen Pflanzen kann dienlich sein. Hilfreich ist eine Stärkung mit Blattdüngern (z.B. Brennnesselbrühe, Algenpräparate) ebenso wie das Besprühen mit Niemölprodukten bzw. Wermuttee.

Bekämpfung:
Bei einem sehr geringen Befall ist zumindest bei Bäumen und größeren Sträuchern eine gezielte Bekämpfung nicht notwendig, da diese Pflanzen sich schnell erholen. Ansonsten verspricht das sorgfältige Absammeln der Larven (und der Eigelege) von Anfang an sowohl im Garten, auf der Terrasse als auch im Haus den größten Erfolg. Auch Nützlinge wie Vögel, Schlupfwesen und Raupenfliegen dezimieren die Larven natürliche Art und Weise. Wirkungsvoll sind neben Gesteinsmehl Niem-Produkte, die nicht zuletzt dank ihrer starken Geruchsstoffe die Schädlinge vertreiben. Wenn überhaupt sollte man chemische Produkte nur gezielt einsetzen. Es gibt im Handel etliche Pflanzenschutzmittel (Insektizide), die wirksam sind. Wichtig ist darauf zu achten, dass diese Produkte Nützlinge nicht beeinträchtigen.

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