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Fusarien

Bei Fusarien handelt es sich um die weit über 100 Arten umfassenden Schimmelpilze der Gattung Fusarium. Sie gehören zu den weltweit vorkommenden Schlauchpilzen, von denen es mehrere Tausend Arten gibt. Die natürlichen (positiven) Fusarien kommen in erster Linie im Erdreich vor, wo sie Pflanzenreste abbauen. Die schädlichen Fusarien befallen besonders bestimmte Getreidesorten wie Weizen und Mais, so dass man feststellen muss, das Fusarien die wohl wichtigsten Krankheitserreger im Getreideanbau sind. Besonders bedenklich ist, dass sie durch das Getreide in die Nahrungskette gelangen und evtl. gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Mensch und Tier hervorrufen. Grund dafür sind Mykotoxine (giftige Stoffwechselprodukte). Aber auch im heimischen Garten können die Pilze erhebliche Schäden an Obst und Gemüse anrichten, wobei sich die Krankheitsbilder unterschiedlich darstellen. Letztlich ist auch der Weinbau in nicht unerheblichem Maße betroffen, manchmal auch der Grow-Bereich (Cannabis).

Fusarien

Auftreten:
Fusarium-Schimmelpilze findet man sehr häufig als Pflanzenschädlinge in Getreide, Futtermitteln und Lebensmitteln, aber auch (seltener) in Textilien, Tapeten und Anstrichenkommen sie vor. In erster Linie werden die Sporen der Pflanzen schädigenden Pilze durch Tiere und nicht – wie man annehmen könnte - durch den Wind verbreitet. Manche Fusarien- Arten sind so eng mit ihren Wirtspflanzen verbunden, das der lateinische Name des Wirtes in den Fusariennamen eingeflossen ist (z.B. bei Kartoffeln: Fusarium solani von Solanum tuberosum).

Fusarien gewinnen ihre Nährstoffe aus lebenden bzw. abgestorbenen organischen Substanzen, die sich dadurch zersetzen. Die Schädlinge befallen alle pflanzlichen Gewebe, d.h. sowohl die Wurzeln als auch die Triebe und Fruchtstände (Fruchtbildungen aus Blüten). Dabei sind sie sehr anspruchslos hinsichtlich der Zusammensetzung des Untergrundes, auf dem sie sich ansiedeln. Die Pilze gedeihen selbst noch bei geringem Frost und sehr großer Hitze. Bei darüberhinausgehenden Extremtemperaturen stellen sie zwar ihr Wachstum ein, aber ihre wichtigen Organe überleben sogar mehrere Jahre in einer „Art Winterschlaf“ bis wieder gute Bedingungen herrschen. Selbst ohne Sauerstoff kommen bestimmte Arten noch zurecht.

Vermehrung:
Fusarien vermehren sich in erster Linie ungeschlechtlich, d.h. durch Sporen (Entwicklungsstadium von Lebewesen ohne Geschlechtszellen). Die Fortpflanzung geschieht je nach Umwelt- und Nahrungsbedingungen in mehreren Phasen. Je besser diese Bedingungen sind, umso mehr vermehren sich die Schimmelpilze.

Schaden:
Der Schaden, den Fusarien anrichten, kann immens sein. Besonders in der Landwirtschaft können erhebliche Ernte-und Qualitätsverluste (besonders bei Mais und Weizen) auftreten. Die Ertragsverluste können bis zu 70 Prozent betragen und deshalb Existenz bedrohend sein. Besonders gefährlich wird es, wenn gleichzeitig die giftigen Stoffwechselprodukte (Mykotoxine) vorhanden sind. Sie gefährden die Gesundheit von Menschen und Tieren und können zu vielen akuten Erkrankungen führen: Magen- und Darmbeschwerden, Erbrechen, allergische Reaktionen, Hautreizungen usw. führen. Über einen längeren Zeitraum konsumiert sind sogar Nierenschäden, Krebserkrankungen, Schädigungen des Nervensystems u.ä. möglich.

Fusariose ist der Oberbegriff für verschiedene Krankheiten, die durch Fusarium-Pilze ausgelöst werden. Je nach Wirtspflanze macht sich der Befall, die Krankheit und damit auch der Schaden anderes bemerkbar. Im Getreidebereich (z.B. Mais) sorgen einige Fusarienarten für Stängel- und Kolbenfäule. Die Fusarium-Welke (die sowohl von Bakterien, Viren und Pilzen verursacht werden kann), tritt sowohl bei Obstbäumen, Ziersträuchern und Stauden als auch bei Gemüsen (Gurken, Erbsen, Spinat, Zwiebeln, Blumenkohl usw.) sowie bestimmten Blumen (z.B. Alpenveilchen und Nelken) auf. Dabei entwickeln sich Blattflecken, es kommt zum raschen Vergilben und Welken der Pflanzen. Zusätzlich sind Gefäßerkrankungen möglich. Bei Äpfeln verursacht der Pilz Kernhausfäule und im Weinbau werden Stängel- und Wurzelfäule ausgelöst.

Nicht nur im Grow-Bereich kommt die sog. Umfallkrankheit vor, genauer gesagt während und/oder. nach der Keimung in der frühen Wuchsphase. Die Schimmelpilze greifen die gekeimten Samen und Sämlinge an, schnüren den Stängel ab und unterbinden dadurch die Flüssigkeitsversorgung der Pflänzchen. Die Pflanzen knicken ab bzw. fallen um und haben den Tod zur Folge.

Vorbeugende Maßnahmen:
Gesundes, kräftiges Saatgut und die Verwendung widerstandsfähiger Sorten bzw. resistenter Sorten ist bei allen Pflanzen wichtig. Gekeimte Samen und Sämlinge (aber auch ältere Pflanzen) sollten nicht zu feucht gehalten werden, damit eine Ausbreitung der Fusarien-Pilze verhindert wird. Eine gute Bodenstruktur unterstützt diese Maßnahme ebenso wie die regelmäßige Beobachtung und Kontrolle der Pflanzen.

Effektiv als Vorbeugung ist die biologische Bekämpfung. Dazu werden bestimmte (saphrophytische) Stämme von Fusarium oxysporum als Gegenspieler der schädlichen Fusarien eingesetzt, indem man diesen Pilz mehrfach in das Kultursubstrat einbringt.

Nach der Ernte bzw. am Ende des Kulturzyklus ist eine sorgfältige Reinigung bzw. Desinfektion der Töpfe, Geräte, Tische usw. notwendig. Letztendlich sollte die Fruchtfolge sollte möglichst weit (4-5 Jahre) sein.

Bekämpfung:
Eine chemische Bekämpfung der Fusarium-Welke ist nicht möglich, da unwirksam. Ist der Erreger erst einmal in die Pflanze eingedrungen, kann durch eine vermeintliche Schutzmaßnahme des Gewächses kein systemisch wirkendes Pflanzenschutzmittel mehr aufgenommen werden. Bei einem Befall ist es wichtig, die betroffenen Pflanzen sofort zu entfernen und zu entsorgen (nicht auf dem Komposthaufen). Am besten ist eine Verbrennung.

Im gewerblichen Bereich (Getreide-Landwirtschaft) werden häufig Fungizide eingesetzt.

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