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Raupen

Bei Raupen handelt es sich um die Larven der Schmetterlinge und Nachtfalter. So schön und beliebt die Schmetterlinge im Allgemeinen auch sind, im Raupenstadium sind bestimmte von ihnen im Nutz- und Ziergarten äußerst unbeliebt. Die Zahl der als Schädlinge eingestuften Raupen ist begrenzt, d.h. während es allein in Deutschland über 3000 Schmetterlingsarten gibt, beläuft sich die Zahl der schädlichen Raupen auf wenige Dutzend. Sie ernähren sich in erster Linie von Blättern, ab und zu auch von Trieben und Wurzeln verschiedenartigster Pflanzen. Manche von ihnen können sogar den Menschen schaden, denn sie haben sog. Brennhaare.
Die Größe der Raupen liegt zwischen 5 Millimetern und 10 Zentimetern. Ihr Körper ist lang und schlauchartig und in mehrere Segmente unterteilt. Er wird von bis zu 16 Beinen getragen. Raupen unterscheiden sich farblich stark voreinander, meistens sind sie allerdings grün oder braun und damit gut ihrer Umgebung angepasst. Auch ihre Behaarung ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Sie soll in erster Linie Fressfeinde abhalten.

Auftreten:
Raupen treten meist in Gruppen auf, da die abgelegten Eier häufig eng beieinanderliegen. Einige Arten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und deshalb auch nur auf diesen anzutreffen (z.B. der Ringelspinner auf Apfelbäumen), während andere nicht so wählerisch sind und viele verschiedene Pflanzen heimsuchen. Das Spektrum der Wirtspflanzen, auf denen Raupen anzutreffen sind, ist äußerst groß. Fast jede Art von Baum, Strauch, Obst, Gemüse und Blume kann betroffen sein. Die Fressattacken finden in der Regel zwischen April und Oktober statt, und zwar vielfach nachts. Denn dann sind die Tiere am besten vor ihren Feinden geschützt.
Das zeitliche und mengenmäßige Auftreten der schädlichen Raupen ist sehr unterschiedlich. Echte Schädlinge wie z.B. Kohlweißling, Nonne, Goldafter, Kiefernspanner usw. findet man in längeren zeitlichen Abständen massenhaft in ausgedehnten Gebieten vor. Andere dagegen (Gelegenheitsschädlinge) wie Baumweißling, Blaukopf usw. treten nur gelegentlich zahlreich auf und das nur in begrenzten Arealen.

Zu den bekanntesten Schädlings-Raupen zählen u.a. die Apfelwickler (auch Obstmade genannt). Sie sind die bedeutendsten Obstschädlinge sowohl im privaten als auch gewerblichen Bereich. Das „Arbeitsgebiet“ der je nach Alter zwei mm bis 1,5 cm großen Tiere sind – wie der Name sagt - Äpfel. Sie fressen Gänge in das Obst, wodurch es oft nicht mehr verzehrt werden kann bzw. vorzeitig abfällt.

Nonnen
Sie sind der gefährlichste Schädling der Nadelwälder (besonders Fichten).

Kohlweißlingsraupen
Ihrem Namen entsprechend sind sie besonders auf Kohlpflanzen, aber auch auf Speiserüben, Kaperngewächsen u.ä. aktiv. Je nach Entwicklungsstadium fressen die Raupen kleine oder große Löcher in die Blätter, später dringen sie sogar bis ins Kohlinnere vor. Nicht zuletzt ihr Kot sorgt dabei für die Verrottung der Pflanzen.

Eichenprozessionsspinner
Ihr Lebensbereich sind besonders Eichenwälder in warmen Regionen. Obwohl diese Raupen auch Fraßschäden anrichten, sorgen sie in erster Linie für erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Menschen. Die giftigen Raupenhaare können zu Allergien führen und dadurch u.a. Schwindel, Fieber, Schockreaktionen usw. auslösen. Aufgrund der Gefährdung für den Menschen werden bei sehr starkem Befall manchmal sogar ganze Waldareale gesperrt.

Im Gartenbereich kommen neben dem o.g. Apfelwickler und Kohlweißling besonders Ringelspinner, Goldafter, Frostspanner, Gamma-Eule, Kohleule, Saateule u.ä. vor.

In öffentlichen Bereichen (Wäldern, Wiesen, Straßen, Parks u.ä.) findet man außer Eichenprozessionsspinner und Nonne u.a. die Arten Kastanienminiermotte, Kiefernspanner, Hornissenschwärmer, Rotschwanz, Pappelspinner, Weidenbohrer, Goldafter und Schwammspinner vor. Im Feld- und Gartenbau sind u.a. Kohlweißling, Apfelwickler, Schwammspinner, Goldafter, Ringelspinner, Saateule, Kohleule häufiger anzutreffen.

Raupen

Vermehrung:
Raupen sind – wie gesagt – ein Zwischenstadium (Fressstadium) der Schmetterlinge und keine eigene Tiergattung. Man kann also nur von der Vermehrung der Schmetterlinge sprechen. Diese ist ja nach Art zeitlich und mengenmäßig sehr unterschiedlich. Nach dem sexuellen Kontakt zwischen Männchen und Weibchen werden die Eier (je nach Art zwischen 20 und 1000) einzeln oder in kleineren oder größeren Gelegen meistens auf den Wirtspflanzen platziert. Während bei bestimmten Arten die Raupen nach ca. einer bis drei Wochen schlüpfen, passiert das bei anderen erst nach der Überwinterung der Eier bis zu einem halben Jahr später. Ist die Raupe erwachsen (nach mehrmaligem Häuten und evtl. einer Überwinterung) beginnt die Verpuppung und die Metamorphose (Umwandlung) zum Schmetterling findet statt. Das findet entweder in einem Gespinst (Kokon) statt oder gut getarnt auf der Erde. Nach 4-6 Wochen, manchmal auch nach einer Überwinterung, schlüpft dann der Schmetterling und hat dann je nach Art ein wenige Tage bis acht Monate langes Leben vor sich. Es endet mit der Paarung bzw. Eiablage.

Schaden:
Der Schaden, den Raupen anrichten können, kann erheblich sein (s.a. →Auftreten) und führt bei bestimmten Arten – besonders bei einer Massenvermehrung - nicht selten zum Kahlfraß. Dies gilt für die gewerbliche Landwirtschaft, öffentliche Bereiche (z.B. Wälder) und private Gärten gleichermaßen. Die Raupen der großen Schmetterlinge schädigen dabei die Pflanzen äußerlich, was durch Lochfraß, Skelettierfraß (die Blattadern werden verschont) oder Totalfraß gut erkennbar ist. Die Larven der kleinen Schmetterlinge dagegen fressen lange und schmale minenartige Gänge durch die Blätter und Äste, aber auch durch Früchte. Raupen wie die Hausmutter leben größtenteils unter der Erde, wo sie die Wurzeln der Pflanzen schädigen. Einige wenige Arten (z.B. die Kleidermotten) sind auf tierische Stoffe spezialisiert, während andere Arten Insekten (z.B. Larven von Ameisen und Schildläuse) bevorzugen.

Raupen

Vorbeugende Maßnahmen:
Vorbeugende Maßnahmen gibt es wenige. Zum Teil wirken sie auch nur im Zusammenspiel mit anderen bzw. gegen bestimmte Raupen. Neben der Anpflanzung einer Mischkultur kann man kann z.B. versuchen, durch eine gezielte Aussaat oder Pflanzung sehr früher oder später Pflanzenarten die kritische Zeit der Eiablage zu umgehen, Außerdem kann man die Gefahr eines Befalls verringern durch die frühzeitige Abdeckung der Saat- oder Pflanzfläche mit einem sehr feinmaschigen Netz. Diese Art Abdeckung, die während der gesamten Wuchsdauer auf der Kultur liegen bleiben muss, schützt nicht nur vor Raupen, sondern auch vor anderen Schädlingen wie bestimmten Fliegen- und Lausarten und letztendlich auch vor Vögeln. Leimringe, die man um Bäume wickelt, sind besonders hilfreich gegen den Frostspanner. Er kann dadurch den Eiablagebereich nicht erreichen. Auch die Aufstellung von Nistkästen für Singvögel ist hilfreich, denn als Futter für ihre Brut greifen sie verstärkt auf Larven zurück. Selbst Hausmittel wie Knoblauch (dazwischen gepflanzt) oder Algenkalk (gestreut) können etwas bewirken. Das gilt ebenso für Neemöl, welches über das Gießwasser die Pflanzen stärkt.

Bekämpfung:
Raupenfraß kommt mehr oder weniger in fast jedem Garten einmal vor. Besonders ökologisch ausgerichtete Bio-Gärtner neigen dazu, einen geringen Befall (besonders von „nicht so schädlichen Raupenarten“ zu tolerieren. Wenn man das nicht möchte, kann man besonders im Anfangsstadium gut den Befall stoppen mithilfe von natürlichen Maßnahmen. Voraussetzung für eine sofortige Reaktion ist natürlich eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen.

Bei beginnendem bzw. schwachem Befall kann bzw. sollte man
• die befallenen Früchte oder Gemüsepflanzen sofort entfernen, um ein Ausbreiten zu verhindern
• versuchen (sofern nicht bereits im Vorwege geschehen), verstärkt Singvögel im Garten anzusiedeln (→Vorbeugende Maßnahmen)
• regelmäßig die Raupen ab- bzw. einsammeln. Vorheriges Absprühen der Pflanzen mit mit einem harten Wasserstrahl erleichtert diese Tätigkeit. Die Schädlinge werden dann vernichtet oder in unbewohnten Arealen wieder ausgesetzt. Auch spezielle Sauger kann man dazu einsetzen.
• je nach Art des Schädlings sog. Leimringe (→ Vorbeugende Maßnahmen) oder Kragen aus Wellpappe (gegen Apfelwickler) an den Baumstämmen anbringen. Letztere verhindern das Verpuppen der Raupen in der Rinde.
• Hausmittel wie z.B. Tabak einsetzen
• manchmal natürliche Neemöl-Produkte verwenden
• gegen Apfelwickler und Pflaumenwickler sog. Pheromonfallen im Baum platzieren. Die männlichen Tiere werden dabei durch weiblichen Sexuallockstoff angelockt und verenden auf einer Leimfläche.

Bei starkem Befall wirken
• - wenn überhaupt - meist nur chemische Bekämpfungsmittel. Ihr Einsatz ist zwar heutzutage hinsichtlich der Schädigung anderer Tiere und des Menschen nicht mehr so bedenklich wie früher, sollte aber doch möglichst speziell auf den jeweiligen Schädling zugeschnitten sein. Außerdem sollte man darauf achten, das man möglichst keine Mittel verwendet, die als giftig, gesundheitsschädlich, ätzend und schädlich für Nützlinge eingestuft sind. Auch wenn manche Fachleute empfehlen, diese Produkte wegen der besseren Wirksamkeit bereits bei Beginn des Befalls einzusetzen, sollte man es zuerst mit natürlichen Maßnahmen (→Bei beginnendem bzw. schwachem Befall) versuchen.
Wichtig bei chemischen Mitteln ist es, sich im Vorwege im Fachhandel beraten zu lassen, die Gebrauchsanleitung genau zu beachten und die empfohlene Dosierung gewissenhaft einzuhalten. Spritzmittel, die es in der Regel sind, sollten gut feucht auf alle Pflanzenteile verteilt werden und nicht tagsüber und bei Sonnenstrahlung angewendet werden.

 

Raupen

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