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Rebläuse

Rebläuse sind Pflanzenläuse und gehören zur Familie der Zwergläuse. Speziell im Weinanbau können sie nicht unerheblichen Schaden anrichten. Vor ca. 150 Jahren wurden sie aus den USA nach Europa eingeschleppt mit dramatischen Folgen für den europäischen Weinbau, denn annähernd die Hälfte aller Weinreben-Wurzeln wurden in den darauffolgenden Jahrzehnten befallen und dadurch die Pflanzen vernichtet. Erst mit der Rebenveredelung bekam man das Problem in den Griff. Bei der Veredelung wurden und werden noch heute die „Oberteile“ (Edelreiser) europäischen Weinsorten auf schädlingsresistente amerikanische Unterlagen (Wurzelstöcke) aufgepfropft.

Auch wenn sich durch die vorgenannte Methode der Weinanbau im letzten Jahrhundert wieder erholt hat, so ist auch in Deutschland in den letzten Jahrzehnten wieder eine erhebliche Zunahme der Reblaus-Population zu verzeichnen. Nicht zuletzt deshalb ist eine Vorbeugung bzw. Bekämpfung häufig angebracht.
Je nach Auftreten unterscheidet man zwischen Blatt- und Wurzelrebläusen. Die Blatt-Rebläuse, die verhältnismäßig selten auf europäischen Reben anzutreffen sind, leben oberirdisch und schädigen die Blätter. Das Leben der viel bedeutenderen Wurzel-Rebläuse dagegen findet ausschließlich im Erdreich statt. Dort bohren sie die Pflanzenwurzeln an und saugen sie aus, was zum Absterben der Reben führen kann.

Entsprechend ihrer Art und ihrem Geschlecht werden Rebläuse zwischen 0,3 und 1,3 mm groß. Sie sind mit dem bloßen Auge fast gar nicht zu erkennen. Auch farblich sind sie unterschiedlich, d.h. gelb bis bräunlich grün. Ihre Lebenserwartung beträgt gerade mal 8 Tage.

Rebläuse

Auftreten:
Während Blatt-Rebläuse nur gelegentlich und in kleinen Populationen auftreten, sind Wurzel-Rebläuse fast überall präsent. Sie können sogar auf einen neuen Rebstock wechseln, wenn die alte Pflanze nicht mehr genug Nährstoffe liefert. Meistens verbreiten sie sich jedoch durch witterungsbedingte Abtragung des Erdreichs und durch unsaubere Rodung der befallenen Flächen. Auch die Verwendung „nicht sauberer“ Gerätschaften bei der Bearbeitung der Pflanzen bzw. des Erdreichs spielt dabei eine Rolle.

Vermehrung:
Rebläuse vermehren sich auf spezielle unterschiedliche Weise.
Die zweigeschlechtliche Vermehrung mittels sexuellen Kontakt zwischen Männchen und Weibchen setzt sehr warme Temperaturen voraus und kann deshalb nur in wenigen europäischen Gebieten praktiziert werden. Aus dem Winterei, das in Rindenritzen überwintert, schlüpft im Frühjahr die sog. Maigallenlaus. Sie erzeugt eingeschlechtlich an den Blättern der Reben Gallen, in denen sich mehrere Hundert Nachkommen verschiedener Art entwickeln können. Während die eine Art ebenfalls Blattgallen bildet und diesen Zyklus fortsetzt, wandert die – auch äußerlich - andere Art ins tiefere Erdreich, um dort als Wurzelläuse zu überwintern. Im nachfolgenden Frühjahr begeben sich die Larven zu den Wurzeln des Weinstocks und stechen diese an. Dadurch entstehen gallertartige Wucherungen, aus denen sie sich ernähren bzw. die Pflanzenwurzeln aussaugen. Im Herbst bringen diese Wurzelrebläuse auch geflügelte Formen (Reblausfliegen) hervor, die nach oben unter die Blattunterseiten wandern und dort zwei Arten von Eiern ablegen. Aus den größeren Eiern entstehen die weiblichen Tiere, aus den kleineren die männlichen. Nach dem Schlupf paaren sich die (ungeflügelten) Tiere und die Weibchen legen ein befruchtetes Ei in die Weinstockrinde (Winterei, s. oben).

In Mitteleuropa wird vorwiegend die ausschließlich eingeschlechtliche Vermehrung (Jungfernzeugung aus unbefruchteten Eizellen) praktiziert, bei der sich die gesamte Entwicklung und Fortpflanzung vom Ei über die Larve bis hin zur ausgewachsenen weiblichen Wurzelreblaus in der Erde abspielt. Da sich bei diesem Prozess die Tiere von dem Wurzelsaft der Reben ernähren, werden die Pflanzen nachhaltig geschädigt. Lediglich amerikanische Wurzelstöcke sind dagegen resistent, so dass eine Veredelung (s. Anfang) praktisch unverzichtbar ist.

Schaden:
Der Schaden, den besonders Wurzelrebläuse an nicht veredelten Reben anrichten können, kann immens sein. Durch das Absaugen der Wurzelsäfte werden die Leitbahnen der Wurzeln geschädigt. Es kommt zu Wasser- und Nährstoffmangel und kann zum Absterben der Pflanzen führen. Zusätzlich sind Infektionen durch Bakterien, Pilze und Viren möglich. Lediglich Reben, die in reinen Sandböden stehen, werden nicht von den Wurzelrebläusen befallen.

Das Schadpotential der Blattrebläuse kann praktisch vernachlässigt werden, da es nur selten und bei äußerst starkem Befall zum Tragen kommt.

Vorbeugende Maßnahmen:
Die praktikabelste und fast ausschließlich verwendete vorbeugende Maßnahme ist die Veredelung auf amerikanische Wurzelstöcke (s. Anfang). Außerdem ist auch darauf zu achten, dass es in der Nähe zu keinem Wildwuchs von Reben kommt. Vor einer Neubepflanzung alter Flächen müssen diese konsequent und sorgfältig gesäubert werden, so dass keine alten Rebstöcke und Wurzelreste im Boden verbleiben.

Bekämpfung:
Eine direkte Bekämpfung der Wurzelrebläuse in Ertragslagen ist praktisch ausgeschlossen, so dass der Vorbeugung (Veredelung) eine besondere Bedeutung zukommt. Lediglich Pflanzreben können mittels Tauchverfahren von den Schädlingen befreit werden.

Bei einem sehr starken Befall mit den oberirdischen Blattrebläusen reicht es in der Regel nicht aus, die oberirdischen Triebe z.B. mittels Feuer zu vernichten, da die Wurzeln noch (im Boden) verbleiben. Auch sie müssen entfernt werden. Für eine chemische Bekämpfung der Blattrebläuse gibt es allerdings Produkte im Handel.

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