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Weichhautmilben

Wie alle anderen Milbenarten gehören auch die Weichhautmilben zur Klasse der Spinnentiere. Weltweit gibt es ca. 50 verschiedene Gattungen, von denen nur wenige in Mitteleuropa anzutreffen sind. Mit dem bloßen Auge, manchmal sogar mit einer einfachen Lupe kann man die achtbeinigen Schädlinge kaum erkennen. Dazu trägt nicht nur ihre geringe Größe (0,1-0,2 mm) bei, sondern auch ihr fast durchsichtiger, je nach Art, Geschlecht und Ernährung weißlicher, bräunlicher bis gelbgrüner Körper. Außerdem halten sie sich an den Pflanzen gut versteckt. Die Lebenszeit der Weichhautmilben beträgt im Sommer zwischen 10 (Weibchen) und 15 Tagen (Männchen). Im Winterhalbjahr leben sie etwa dreimal so lange. Eine Bekämpfung ist nicht einfach.

Auftreten:
Weichhautmilben treten in den Monaten April bis Oktober an vielen Zier- und Gemüsepflanzen auf. Während es in Gewächshäusern und Wintergärten häufiger Begonien, Gerbera, Efeu, Pelargonien, Alpenveilchen, Usambaraveilchen, Paprika, Tomaten, Gurken, Auberginen usw. trifft, werden im Freiland bzw. Garten häufiger Brombeeren, Erdbeeren, verschiedene Gemüsepflanzen und Eiben befallen. Meistens halten sie sich zwar in den Blattachseln und unter den Blättern auf, jedoch kann man sie auch an und in den Blüten und Knospen oder am Stamm antreffen. Manchmal ist sogar das Substrat betroffen. Auch im Grow-Bereich (Cannabis) sind Weichhautmilben anzutreffen. Ein Pflanzenbefall beginnt häufig mit Einzeltieren. Doch bereits nach kurzer Zeit sind es wegen der schnellen Fortpflanzung (→Vermehrung) kleine oder größere Kolonien. Diese werden - wenn überhaupt - aufgrund ihrer Größe und ihres Aussehens nicht selten mit einem Virus-, Pilz- oder Bakterienbefall verwechselt. Nicht zuletzt deshalb ist eine rechtzeitig und genaue Bestimmung mittels einer (guten) Lupe oder eines Mikroskops äußerst wichtig.

Weichhautmilben ernähren sich vom Pflanzensaft, indem sie mit ihren Mundwerkzeugen die äußeren Zellschichten ansaugen. Dabei wird auch eine Art Gift in die Pflanzen projiziert, was zusätzlich die Pflanzen schädigt. Manchmal werden auch Viren und Bakterien übertragen.

Vermehrung:
Weichhautmilben vermehren sich geschlechtlich, d. h. die Weibchen und Männchen paaren sich. Und dass das ganze Jahr über (im Indoor-Bereich), wenngleich im Winter deutlich reduziert. Häufig bereits einen Tag nach der Begattung werden je nach Jahreszeit 3-7 transparente Eier abgelegt. Aus den befruchteten Eiern entstehen Weibchen, aus den unbefruchteten Männchen.

Meistens erfolgt die Eiablage an geschützten, feuchten und schattigen Stellen, z.B. an Vertiefungen der Blattunterseiten. Damit sie nicht abfallen, werden sie mit dem Blattgewebe verklebt. Je nach Art, Temperatur und Jahreszeit schlüpfen nach 2-10 Tagen Larven aus den Eiern, wobei besonders feuchtwarmes Klima der Entwicklung entgegenkommt. Die Larven sehen bereits aus wie die ausgewachsenen Tiere, sind allerdings kleiner und haben nur drei Beinpaare. Ohne Häutung werden nach wenigen Tagen aus den Larven Nymphen, bevor es kurze Zeit danach zum Schlupf der Weichhautmilben kommt. Insgesamt dauert die Entwicklung der Weichhautmilben je nach Art und äußeren Bedingungen zwischen fünf und zehn Tagen.

Kälte können Weichhautmilben nicht ab, d.h. im Freiland können sie nicht überwintern. Auch in kalten Gewächshäuser können sie sich nicht entwickeln.

Schaden:
Der Schaden, den Weichhautmilben anrichten können, kann immens sein und sogar zum Absterben der Pflanzen führen. Dies gilt besonders auch für den Grow-Bereich. Die Milben schädigen nicht nur durch das Aussaugen des Pflanzensaftes, sondern auch durch das gleichzeitige Injizieren von wachstumshemmenden bzw. wachstumsverändernden Flüssigkeiten. Dadurch kommt es zu Deformationen (Verkrüppelungen) und Missbildungen des Pflanzengewebes. Triebe, Blüten und Blätter entwickeln sich schlecht, bleiben kleinwüchsig, verfärben sich, Blattränder weisen nach oben oder unten. Bei sehr starkem Befall stellen die Triebspitzen ihr Wachstum ein und sterben ab. Gleiches gilt z.T. auch für die Blätter. Selbst Früchte sind vor einem Befall nicht sicher.

Vorbeugende Maßnahmen:
Wenige vorbeugende Maßnahmen können helfen, das Auftreten von Weichhautmilben zu verhindern bzw. einzugrenzen:
  • Im Indoor-Bereich spielt die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle. Da Weichhautmilben im Gegensatz zu Spinnmilben ein feuchtwarmes Klima brauchen, sollte man für eine geringere Luftfeuchte sorgen und das Gießen der Pflanzen am Morgen vornehmen. Auch die Zufuhr von kühler Luft ist hilfreich.
  • Die genaue Untersuchung neuer Pflanzen auf Befall ist sehr wichtig, denn die Gefahr einer Einschleppung der Schädlinge ist groß. Ggf. sollte man neue Pflanzen einige Zeit im Quarantäne halten.
  • Eine regelmäßige, genaue Kontrolle der Pflanzen auf Befall ist unabdingbar, um schnell reagieren zu können.
Bekämpfung:
Eine Bekämpfung ist besonders im Innenbereich nicht einfach. Bei äußerst starkem Befall ist sie manchmal sogar aussichtslos und es bleibt nur die Möglichkeit einer Vernichtung der Pflanzen (Verbrennen). Deshalb ist ein frühzeitiges Erkennen und Bekämpfen der Schädlinge umso wichtiger.

Folgende Maßnahmen reduzieren die Weichhautmilben erheblich:
  • Verringerung der Luftfeuchtigkeit (→ Vorbeugende Maßnahmen).
  • Einsatz von Raubmilben (besonders beim Anfangsbefall gut geeignet) der Arten Amblyseius und Cucumeris.
  • Einsatz eines systemisch wirkenden Akarizids (Hinweis: nicht jedes Insektizid ist geeignet). Mindestens 2-3 Behandlungen im Abstand von 5-7 Tagen. Gründlichkeit ist dabei oberstes Gebot.
  • Die Anwendung von Neemölprodukte verspricht ebenfalls Hilfe. Außerdem sind diese Produkte umweltfreundlich.
  • Bespritzen mit biologischen Mitteln auf der Basis von Raspsöl oder Fettsäuren.

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