Flushing - Spülen vor der Ernte
Wer länger anbaut, stößt früher oder später auf das Thema „Spülen“ oder „Flushing“. Damit ist nicht das Putzen der Anlage gemeint, sondern das gezielte Durchspülen des Substrats mit klarem Wasser kurz vor der Ernte. Ziel ist es, überschüssige Nährstoffe auszuwaschen, um die Blüten sauberer, aromatischer und angenehmer zu machen.
In vielen Grow-Guides gilt das Spülen als Pflichtschritt. Aber: Die wissenschaftliche Datenlage ist nicht so eindeutig, wie man vielleicht erwartet. Schauen wir uns die beiden Seiten, Forschung und Praxis, einmal genauer an.
Welchen Zweck verfolgt das Spülen vor der Ernte?
Während des gesamten Grows bekommen deine Pflanzen Dünger in Form von Nährsalzen. Diese sammeln sich im Substrat und in den Pflanzenzellen an. Besonders mineralische Dünger hinterlassen Rückstände, die später beim Verbrennen oder Verdampfen einen scharfen, kratzigen Geschmack erzeugen können.
Beim Spülen geht es darum, diese Rückstände so weit wie möglich auszuschwemmen. Dadurch reduzierst du angeblich:
Überdüngungsreste im Substrat
Die Pflanze wird gezwungen, ihre eigenen Nährstoffreserven zu verbrauchen.Chlorophyll-Anteil
Weniger „heuiger“ Geschmack, das Gras riecht und schmeckt angenehmer.Unangenehmes Kratzen
Die Blüten brennen gleichmäßiger und sanfter.
Wenn dagegen nicht gespült wird, sprechen manche von einem „grünen Geschmack“. Gemeint ist ein grasiger, chlorophyllartiger Beigeschmack, oft kombiniert mit einer dunklen, ungleichmäßig glühenden Asche.
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Wann und wie wird gespült?
| Erde | Coco | Hydro-System |
| 10-14 Tage vor der Ernte | 7-10 Tage vor der Ernte | 3-5 Tage vor der Ernte |
Das ist die klassische Empfehlung, welche man oft liest. Wichtig ist, den pH-Wert weiterhin korrekt einzustellen (Erde: 6,2–6,5 / Coco & Hydro: 5,8–6,0). Mit einem EC-Meter lässt sich prüfen, ob der Drain (das ablaufende Wasser) wirklich frei von Salzen ist. Zielwert: nahe am Ausgangswasser, also meist zwischen 0,2–0,6 mS/cm. Bei uns bei Growland findest du Produkte zum Thema pH und EC.
Was sagt die Wissenschaft zu Flushing?
Und hier wird es spannend: Die letzten Jahre sind mehrere Studien erschienen, die das Spülen genauer untersucht haben.
Rx Green Technologies (2019, Cherry Diesel-Studie):
Pflanzen wurden 14, 10, 7 und 0 Tage vor der Ernte gespült. Ergebnis: keine signifikanten Unterschiede bei Terpenen, Cannabinoiden oder Mineralstoffgehalten. In Blindverkostungen wurden die nicht gespülten Blüten (0 Tage) sogar tendenziell besser bewertet, unabhängig von der Schärfe.
Quelle: RX Green Flushing Trial.University of Guelph (2017):
Auch hier zeigte sich, dass bis zu zwei Wochen Spülen keinen messbaren Effekt auf Cannabinoide, Terpene oder den Ertrag hatte. Die Elementkonzentrationen in den Blüten blieben gleich, egal ob gespült wurde oder nicht.
Quelle: University of Guelph Research.
Diese Ergebnisse stehen im Gegensatz zur gängigen Praxis, zumindest was die messbaren Werte betrifft.
Was sagt die Praxis zu Flushing?
Trotz dieser Studien schwören einige Grower darauf, dass gespülte Blüten angenehmer zu konsumieren sind. In Foren oder auf Reddit finden sich unzählige Erfahrungsberichte, in denen Anbauer Unterschiede beschreiben: hellere Asche, weicherer Rauch, weniger „kratzig“.
Wissenschaftlich belegen ließ sich das bisher nicht. Da Geschmack und Rauchverhalten auch stark von der Trocknung und dem Curing abhängen, sollte man sich lieber ran machen, diese Schritte im Grow zu optimieren. Wenn Blüten zu schnell getrocknet oder nicht richtig ausgehärtet werden, schmecken sie ganz unabhängig vom Spülen rauer.
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Organisch vs. Mineralisch
Ein weiterer Punkt ist die Art des Düngers.
Bei mineralischem Dünger kann das Substrat sich mit Nährsalzen anreichern. Hier würde Spülen dem Grundverständnis nach mehr Sinn machen.
Bei organischen Bio-Grows oder „Living Soil“ sieht es anders aus. Da arbeiten Mikroorganismen im Boden, die Nährstoffe langsam und schonend verfügbar machen. In diesen Setups wird nie gespült.
Falls du dich weiter zu organischem oder mineralischem Dünger informieren möchtest, findest du hier weitere Details dazu.
Tipps für dein eigenes Setup
Vergleich selbst machen: Spüle einen Teil deiner Pflanzen, den anderen nicht – und achte beim Trocknen auf gleiche Bedingungen. So erkennst du, ob du geschmacklich einen Unterschied feststellst.
EC-Messung nutzen: Wenn du mineralisch düngst, kann ein EC-Meter helfen, ob das Spülen wirklich Wirkung zeigt. Mehr zu pH und EC Messung findest du bei uns im Ratgeber.
Nicht zu früh spülen: Sonst verhungert die Pflanze, bevor sie reif ist.
Auf Trocknen & Curing achten: Hier entscheidet sich am Ende, ob Blüten aromatisch und mild werden. Schaue gerne bei unserem Ratgeber zum richtigen Curing vorbei.
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Spülen - Pflicht oder Glaubensfrage?
Die aktuellen Studien legen nahe, dass Spülen keine messbaren Vorteile bei Cannabinoiden, Terpenen oder Ertrag bringt. Gleichzeitig berichten unzählige Grower aus Erfahrung, dass gespülte Blüten angenehmer sind.
Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen: Spülen allein wird keine Wunder wahr machen, aber es kann den Erfahrungsberichten nach den Unterschied zwischen „okay“ und „gut“ ausmachen. Gerade dann, wenn mineralisch gedüngt wird.
Am Ende bleibt es eine Frage des eigenen Setups und Geschmacks. Unser Tipp: Probier es aus. Mach den direkten Vergleich zwischen gespült und ungespült. So findest du heraus, ob Spülen in deinem Grow wirklich einen merkbaren Unterschied ausmacht.