Growzelt zu warm oder zu kalt?
An heißen Sommertagen wird es im Growzelt für die Pflanzen schnell unangenehm warm. Im Winter hingegen fällt die Temperatur oft stark ab, besonders wenn das Licht ausgeht und keine zusätzliche Wärmequelle vorhanden ist. Das Raumklima kann für deine Pflanzen zum echten Stressfaktor werden. Oft merkst du es erst, wenn sie ihre Blätter hängen lassen oder nicht mehr wachsen wollen. Gerade am Anfang fragt man sich: Was ist zu viel, was zu wenig, wie lässt sich das Ganze überhaupt kontrollieren?
Wir zeigen dir, wie du die Temperatur im Growzelt ganz entspannt im Griff behältst. Egal ob Hochsommer oder Winterzeit: Mit den richtigen Tricks und ein paar praktischen Tools kannst du deine Pflanzen optimal unterstützen und dabei viel Ärger vermeiden.
Vergiss dabei nicht: Die Temperatur beeinflusst auch direkt, wie viel Durst deine Schützlinge haben. An heißen Tagen verdunstet das Wasser wesentlich schneller über die Blätter, während sie im kalten Winter deutlich weniger Flüssigkeit umsetzen können. Ein wachsames Auge auf die Feuchtigkeit der Erde ist also genauso wichtig - weitere Informationen zum Gießen deiner Pflanzen gibt es bei uns im Growland Ratgeber.
Grow-Klima messen und steuern
Ein Thermo-Hygrometer wie das GHP Thermometer & Hygrometer mit externem Sensor gehört in jedes Zelt. Am besten platzierst du es auf Pflanzhöhe, nicht oben oder unten. Digitale Modelle mit Min-/Max-Funktion zeigen dir genau, wie stark die Schwankungen sind. Wenn du nicht ständig am Rädchen drehen willst, gibt’s auch eine smarte Klimasteuerung mit App-Anbindung von AC Infinity.
Eine Methode ist es, den Sensor im Schatten eines Blattes zu platzieren. Wenn die Sonne (oder deine Lampe) direkt auf den Sensor strahlt, misst du lediglich die Strahlungshitze, nicht aber die tatsächliche Lufttemperatur, die deine Pflanzen umgibt. So erhältst du weitaus präzisere Daten für dein Klima-Management.

Sommerhitze im Growzelt vermeiden
Sobald draußen die Temperaturen steigen, merkt man es im Growzelt besonders schnell. Die Hitze staut sich, das Thermometer schnellt über 30 Grad und die Pflanzen geraten unter Stress. Gerade für Einsteiger kann das zur Herausforderung werden. Wichtig ist, schnell und gezielt gegenzusteuern, denn zu viel Wärme kann Wachstum und Entwicklung empfindlich bremsen. Diese Tipps helfen dir dabei, dein Zelt auch an heißen Tagen angenehm temperiert zu halten:
Gute Ab- und Zuluft ist Pflicht - Eine kräftige Abluftanlage wie das Abluftset Prima Klima Eco saugt warme Luft zuverlässig aus dem oberen Zeltbereich ab. Über Growland bekommst du komplette Belüftungssets, abgestimmt auf Zeltgrößen und Luftvolumen.
Umluftventilatoren einsetzen - Sie verhindern, dass sich die warme Luft staut. Die Luftbewegung stärkt außerdem die Stiele deiner Pflanzen. Ein Clip-Ventilator an der Zeltstange reicht oft schon aus.
Lichtphasen in die Nacht legen - Wenn du deinen Lichtzyklus so einstellst, dass die Lampen nachts laufen, nutzt du die kühlere Tageszeit und vermeidest zusätzliche Hitze.
LED statt NDL - Wer mit Natriumdampflampen arbeitet, kennt das Hitzeproblem. LEDs nutzen weniger Strom und erzeugen so deutlich weniger Wärme und sind auf Dauer energiesparender. Es lohnt sich, bei steigenden Temperaturen umzusteigen.
Standort überdenken - Vermeide Räume, die sich stark aufheizen, wie Dachboden oder Wintergarten. Ein Kellerraum oder ein gut belüftetes Zimmer ist oft die bessere Wahl.
Nährstoffzufuhr anpassen - Wenn es im Zelt sehr warm ist, ziehen deine Pflanzen mehr Wasser, um sich durch Verdunstung zu kühlen. Da sie dabei aber nicht proportional mehr Nährstoffe benötigen, kann es schnell zu einer Überdüngung kommen, da die Salze im Substrat zurückbleiben. Es ist daher ratsam, bei extremer Hitze die Düngerkonzentration im Gießwasser leicht zu reduzieren, damit dein Grün vital bleibt und die Wurzeln nicht verbrennen.

Growzelt im Winter beheizen
Auch im Winter kann die Temperatur im Growzelt schnell zur Herausforderung werden. Sobald die Lampe ausgeht, fehlt die Hauptwärmequelle und das Klima kippt - besonders nachts. Fällt die Temperatur unter 18 Grad, fühlen sich viele Pflanzen nicht mehr wohl, das Wachstum stagniert und die Wurzeln bleiben träge. Besonders in schlecht isolierten Räumen wie Kellern oder unbeheizten Nebenzimmern kann es dann ungemütlich werden. Umso wichtiger ist es, frühzeitig gegenzusteuern und das Klima bewusst zu stabilisieren. Hier ein paar einfache, aber effektive Maßnahmen:
Heizmatten für die Wurzeln - Besonders in der Anzuchtphase ist ein warmes Wurzelmilieu wichtig. Heizmatten wie die Romberg Heizmatte Skinny Heat sind in verschiedenen Größen erhältlich und einfach zu nutzen.
Zusätzliche Wärmequellen nutzen - Kleine Heizlüfter oder Heizröhren bringen die Temperatur wieder nach oben. Achte darauf, dass sie thermostatisch geregelt werden können und sich bei erreichter Temperatur automatisch abschalten.
Zelt dämmen - Styroporplatten unter dem Zelt oder Decken an kalten Wänden helfen, Wärmeverluste zu minimieren. Auch eine isolierende Unterlage für die Töpfe bringt was.
Licht clever timen - Auch im Winter lohnt es sich, den Lichtzyklus anzupassen und die Lampe genau dann laufen zu lassen, wenn es draußen am kältesten ist , zum Beispiel in der Nacht. So nutzt du die Abwärme effektiv.
Vorsicht beim Gießen - Im Winter ist nicht nur die Raumluft kalt, sondern oft auch das Leitungswasser. Gieße deine Sämlinge niemals mit eiskaltem Wasser direkt aus dem Hahn, da dies einen Schock für das empfindliche Wurzelsystem bedeuten kann, was die Nährstoffaufnahme blockiert. Lass das Gießwasser am besten für 24 Stunden im Raum stehen, damit es Zimmertemperatur annimmt, bevor du es verwendest.
Luftfeuchtigkeit beim Grow beachten
Temperatur und Luftfeuchtigkeit hängen eng zusammen. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit halten als kalte, das wirkt sich direkt auf das Klima im Zelt aus. Wenn es im Sommer zu heiß wird, steigt oft auch die Luftfeuchtigkeit, was Schimmel begünstigt. Im Winter hingegen wird die Luft durch Heizgeräte oft zu trocken.
Ein gutes Verhältnis zwischen Temperatur und Luftfeuchte sorgt für ein stabiles Wachstum. Besonders wichtig ist das in der Blütephase, wo zu hohe Luftfeuchtigkeit echte Probleme verursachen kann. Falls nötig, kannst du mit einem kleinen Luftentfeuchter oder einem Luftbefeuchter nachhelfen. Für mehr Infos zum Thema empfehlen wir unseren Ratgeber zur Steuerung der Luftfeuchtigkeit während des Grows.
VPD als Brücke zwischen Klima und Stoffwechsel: Betrachte den VPD-Wert als das "Wohlfühlbarometer" für den Gasaustausch. Dieser Wert beschreibt das Verhältnis zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit und sorgt dafür, dass der Transpirationsstrom (der Nährstoffe von den Wurzeln in die Blätter transportiert) konstant fließt, ohne dass die Pflanze unter Trockenstress gerät.
Ob Sommer oder Winter, stabile Temperaturen sind kein Hexenwerk. Mit etwas Planung, einem Blick auf dein Setup und den passenden Tools bekommst du das Zeltklima gut in den Griff. Und keine Sorge: Auch wenn’s mal zu heiß oder zu kalt wird, erholen sich die Pflanzen meist wieder, wenn du schnell reagierst.