Zum Consentmanger springen Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Kategorie-Navigation springen Zum Footer springen

💡 Jetzt sparen: Lumatek ATS300W PRO LED nur für kurze Zeit zum Aktionspreis

  1. Startseite
  2. /
  3. Ratgeber
  4. /
  5. Growzelt zu warm oder zu kalt?

Growzelt zu warm oder zu kalt?

An heißen Sommertagen wird es im Growzelt für die Pflanzen schnell unangenehm warm. Im Winter hingegen fällt die Temperatur oft stark ab, besonders wenn das Licht ausgeht und keine zusätzliche Wärmequelle vorhanden ist. Das Raumklima kann für deine Pflanzen zum echten Stressfaktor werden. Oft merkst du es erst, wenn sie ihre Blätter hängen lassen oder nicht mehr wachsen wollen. Gerade am Anfang fragt man sich: Was ist zu viel, was zu wenig, wie lässt sich das Ganze überhaupt kontrollieren?

Wir zeigen dir, wie du die Temperatur im Growzelt ganz entspannt im Griff behältst. Egal ob Hochsommer oder Winterzeit: Mit den richtigen Tricks und ein paar praktischen Tools kannst du deine Pflanzen optimal unterstützen und dabei viel Ärger vermeiden.

Vergiss dabei nicht: Die Temperatur beeinflusst auch direkt, wie viel Durst deine Schützlinge haben. An heißen Tagen verdunstet das Wasser wesentlich schneller über die Blätter, während sie im kalten Winter deutlich weniger Flüssigkeit umsetzen können. Ein wachsames Auge auf die Feuchtigkeit der Erde ist also genauso wichtig - weitere Informationen zum Gießen deiner Pflanzen gibt es bei uns im Growland Ratgeber.

Eines vorweg: Temperatur und Luftfeuchtigkeit lassen sich nicht getrennt betrachten. Beide Größen ergeben zusammen den VPD-Wert, der entscheidet, wie zügig deine Pflanze Wasser aus dem Boden zieht und in welchem Tempo sie wächst. Wer also die Temperatur im Griff hat, schiebt automatisch auch die Luftfeuchte in den richtigen Bereich. Genau deshalb beginnt jeder gute Klima-Plan beim Messgerät und nicht beim Heizlüfter.

Grow-Klima messen und steuern

Ein Thermo-Hygrometer wie das GHP Thermometer & Hygrometer mit externem Sensor gehört in jedes Zelt. Am besten platzierst du es auf Pflanzhöhe, nicht oben oder unten. Digitale Modelle mit Min-/Max-Funktion zeigen dir genau, wie stark die Schwankungen sind. Wenn du nicht ständig am Rädchen drehen willst, gibt’s auch eine smarte Klimasteuerung mit App-Anbindung von AC Infinity.

Eine Methode ist es, den Sensor im Schatten eines Blattes zu platzieren. Wenn die Sonne (oder deine Lampe) direkt auf den Sensor strahlt, misst du lediglich die Strahlungshitze, nicht aber die tatsächliche Lufttemperatur, die deine Pflanzen umgibt. So erhältst du weitaus präzisere Daten für dein Klima-Management.

Achte beim Messen auf den Unterschied zwischen Lufttemperatur und Blatttemperatur. Wer mit einem Infrarotthermometer kurz über die Krone fährt, sieht oft, dass die Blätter ein bis zwei Grad kühler sind als die Luft, weil sie aktiv verdunsten. Sobald sich Luft und Blatt angleichen, transpiriert die Pflanze nicht mehr ausreichend - meistens, weil entweder die Luftfeuchte zu hoch oder die Wurzel zu kalt ist. Dieser Vergleich ist eines der schnellsten Diagnose-Werkzeuge im Indoor-Anbau.

Notiere deine Werte mindestens einmal pro Tag, besser am Tag- und Nachtbeginn. Schon nach einer Woche siehst du, wie stark dein Setup schwankt und ob deine Lüftung mit der Lampenleistung mitkommt. Wer keine Logging-Funktion am Gerät hat, fotografiert die Anzeige einfach jeden Tag zur gleichen Zeit ab. Diese drei Minuten Aufwand machen den Unterschied zwischen "Ich denke, es passt" und "Ich weiß, es passt".

Idealwerte nach Phase

Pflanzen mögen je nach Wachstumsphase unterschiedliche Klimakorridore. Die folgenden Werte sind eine erprobte Leitplanke und decken den Großteil aller Indoor-Setups mit Photoperiode oder Autoflower ab.

PhaseTemperatur TagTemperatur NachtLuftfeuchteVPD
Keimling / Sämling22 - 26 °C20 - 24 °C65 - 75 %0,4 - 0,8 kPa
Vegetative Phase23 - 28 °C18 - 22 °C55 - 65 %0,8 - 1,2 kPa
Frühe Blüte22 - 26 °C18 - 22 °C45 - 55 %1,0 - 1,4 kPa
Späte Blüte20 - 24 °C16 - 20 °C40 - 50 %1,2 - 1,6 kPa

Drei Punkte fallen beim Lesen der Tabelle auf. Erstens: Die Tag-Nacht-Differenz darf nie größer als 8 bis 10 Grad werden, sonst geraten Stoffwechsel und Wurzelaktivität in einen unnötigen Kaltschock. Zweitens: Die Luftfeuchte sinkt mit jeder Phase, weil das Risiko für Botrytis und andere Pilze in dichten Blüten dramatisch steigt. Drittens: Der VPD steigt parallel zur Phase, weil ältere Pflanzen mit einem stärkeren Transpirationssog mehr Nährstoffe in die Blütenstände ziehen können.

Growzelt im Sommer kühl halten

Sommerhitze im Growzelt vermeiden

Sobald draußen die Temperaturen steigen, merkt man es im Growzelt besonders schnell. Die Hitze staut sich, das Thermometer schnellt über 30 Grad und die Pflanzen geraten unter Stress. Gerade für Einsteiger kann das zur Herausforderung werden. Wichtig ist, schnell und gezielt gegenzusteuern, denn zu viel Wärme kann Wachstum und Entwicklung empfindlich bremsen. Diese Tipps helfen dir dabei, dein Zelt auch an heißen Tagen angenehm temperiert zu halten:

Gute Ab- und Zuluft ist Pflicht - Eine kräftige Abluftanlage wie das Abluftset Prima Klima Eco saugt warme Luft zuverlässig aus dem oberen Zeltbereich ab. Über Growland bekommst du komplette Belüftungssets, abgestimmt auf Zeltgrößen und Luftvolumen.

Umluftventilatoren einsetzen - Sie verhindern, dass sich die warme Luft staut. Die Luftbewegung stärkt außerdem die Stiele deiner Pflanzen. Ein Clip-Ventilator an der Zeltstange reicht oft schon aus.

Lichtphasen in die Nacht legen - Wenn du deinen Lichtzyklus so einstellst, dass die Lampen nachts laufen, nutzt du die kühlere Tageszeit und vermeidest zusätzliche Hitze.

LED statt NDL - Wer mit Natriumdampflampen arbeitet, kennt das Hitzeproblem. LEDs nutzen weniger Strom und erzeugen so deutlich weniger Wärme und sind auf Dauer energiesparender. Es lohnt sich, bei steigenden Temperaturen umzusteigen.

Standort überdenken - Vermeide Räume, die sich stark aufheizen, wie Dachboden oder Wintergarten. Ein Kellerraum oder ein gut belüftetes Zimmer ist oft die bessere Wahl.

Nährstoffzufuhr anpassen - Wenn es im Zelt sehr warm ist, ziehen deine Pflanzen mehr Wasser, um sich durch Verdunstung zu kühlen. Da sie dabei aber nicht proportional mehr Nährstoffe benötigen, kann es schnell zu einer Überdüngung kommen, da die Salze im Substrat zurückbleiben. Es ist daher ratsam, bei extremer Hitze die Düngerkonzentration im Gießwasser leicht zu reduzieren, damit dein Grün vital bleibt und die Wurzeln nicht verbrennen.

Bei extremen Hitzewellen über mehrere Tage hilft eine zusätzliche Kühlung der Zuluft. Eine einfache Methode ist die kalte Wanne: Stelle ein flaches Gefäß mit kaltem Wasser oder gefrorenen PET-Flaschen vor den Zuluftschlauch, die einströmende Luft kühlt sich um zwei bis vier Grad ab. Wer es technischer mag, hängt einen kleinen Wasserkühler in den Nährstofftank, eine Wurzeltemperatur unter 22 Grad puffert das gesamte Klima im Zelt erstaunlich gut. Auch das Vorbefeuchten des Bodens ein bis zwei Stunden vor Lichtbeginn senkt die Spitzentemperatur, weil verdunstendes Wasser Wärme bindet.

Eine letzte, oft unterschätzte Stellschraube ist die Lichtleistung selbst. Eine LED, die du im Hochsommer auf 80 Prozent Leistung dimmst, produziert spürbar weniger Wärme bei nur leicht reduziertem Wuchs. In Kombination mit einer cleveren Nachtlichtphase rettest du so manche Sorte über die Hitzeperiode, ohne den Ertrag zu opfern.

Growzelt im Winter nicht auskühlen lassen

Growzelt im Winter beheizen

Auch im Winter kann die Temperatur im Growzelt schnell zur Herausforderung werden. Sobald die Lampe ausgeht, fehlt die Hauptwärmequelle und das Klima kippt - besonders nachts. Fällt die Temperatur unter 18 Grad, fühlen sich viele Pflanzen nicht mehr wohl, das Wachstum stagniert und die Wurzeln bleiben träge. Besonders in schlecht isolierten Räumen wie Kellern oder unbeheizten Nebenzimmern kann es dann ungemütlich werden. Umso wichtiger ist es, frühzeitig gegenzusteuern und das Klima bewusst zu stabilisieren. Hier ein paar einfache, aber effektive Maßnahmen:

Heizmatten für die Wurzeln - Besonders in der Anzuchtphase ist ein warmes Wurzelmilieu wichtig. Heizmatten wie die Romberg Heizmatte Skinny Heat sind in verschiedenen Größen erhältlich und einfach zu nutzen.

Zusätzliche Wärmequellen nutzen - Kleine Heizlüfter oder Heizröhren bringen die Temperatur wieder nach oben. Achte darauf, dass sie thermostatisch geregelt werden können und sich bei erreichter Temperatur automatisch abschalten.

Zelt dämmen - Styroporplatten unter dem Zelt oder Decken an kalten Wänden helfen, Wärmeverluste zu minimieren. Auch eine isolierende Unterlage für die Töpfe bringt was.

Licht clever timen - Auch im Winter lohnt es sich, den Lichtzyklus anzupassen und die Lampe genau dann laufen zu lassen, wenn es draußen am kältesten ist , zum Beispiel in der Nacht. So nutzt du die Abwärme effektiv.

Vorsicht beim Gießen - Im Winter ist nicht nur die Raumluft kalt, sondern oft auch das Leitungswasser. Gieße deine Sämlinge niemals mit eiskaltem Wasser direkt aus dem Hahn, da dies einen Schock für das empfindliche Wurzelsystem bedeuten kann, was die Nährstoffaufnahme blockiert. Lass das Gießwasser am besten für 24 Stunden im Raum stehen, damit es Zimmertemperatur annimmt, bevor du es verwendest.

Hitzestress & Kältestress

Symptome bei Hitze- und Kältestress

Pflanzen zeigen Klimaprobleme oft, bevor das Thermometer wirklich Alarm schlägt. Wer die Symptome lesen kann, reagiert in der Regel schon einen Tag früher und vermeidet bleibende Schäden.

Hitzestress erkennst du an den klassischen "Tacos": Die Blätter rollen sich an den Rändern nach oben ein, weil die Pflanze ihre Verdunstungsfläche verkleinert. Triebspitzen biegen sich nach oben in Richtung Lampe, als wollten sie ausweichen, neue Blätter wachsen klein und gewellt. In der Blüte zeigen sich später "Foxtails", lange, schmale Blütennachtriebe, die ein deutliches Stress-Signal sind. Bleibt die Hitze über Tage, verlieren Buds an Dichte und Aroma.

Kältestress äußert sich anders. Pflanzen wirken verlangsamt, die Blätter zeigen einen leichten violetten oder blauen Schimmer, vor allem an den Stielen und Blattadern. Untere Blätter färben sich schneller gelb, weil der Phosphor- und Stickstofftransport bei kalten Wurzeln deutlich langsamer läuft. In Coco und Hydro fällt zusätzlich auf, dass das Reservoir bei niedrigen Temperaturen weniger gut umgesetzt wird, der EC im Tank steigt, weil die Pflanze kaum trinkt.

Im Zweifel hilft der Vergleich Tag-Nacht-Bild: Mache morgens vor Lichtbeginn ein Foto und am Nachmittag ein zweites. Wenn die Pflanze morgens noch hängt und sich erst nach Stunden erholt, ist die Nachttemperatur zu niedrig. Wenn sie nachmittags schon hängt, obwohl der Boden feucht ist, deutet das fast immer auf Hitze oder zu hohe Lichtleistung hin.

Luftfeuchtigkeit beim Grow beachten

Temperatur und Luftfeuchtigkeit hängen eng zusammen. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit halten als kalte, das wirkt sich direkt auf das Klima im Zelt aus. Wenn es im Sommer zu heiß wird, steigt oft auch die Luftfeuchtigkeit, was Schimmel begünstigt. Im Winter hingegen wird die Luft durch Heizgeräte oft zu trocken. 

Ein gutes Verhältnis zwischen Temperatur und Luftfeuchte sorgt für ein stabiles Wachstum. Besonders wichtig ist das in der Blütephase, wo zu hohe Luftfeuchtigkeit echte Probleme verursachen kann. Falls nötig, kannst du mit einem kleinen Luftentfeuchter oder einem Luftbefeuchter nachhelfen. Für mehr Infos zum Thema empfehlen wir unseren Ratgeber zur Steuerung der Luftfeuchtigkeit während des Grows.

VPD als Brücke zwischen Klima und Stoffwechsel: Betrachte den VPD-Wert als das "Wohlfühlbarometer" für den Gasaustausch.  Dieser Wert beschreibt das Verhältnis zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit  und sorgt dafür, dass der Transpirationsstrom (der Nährstoffe von den Wurzeln in die Blätter transportiert) konstant fließt, ohne dass die Pflanze unter Trockenstress gerät. 

Ob Sommer oder Winter, stabile Temperaturen sind kein Hexenwerk. Mit etwas Planung, einem Blick auf dein Setup und den passenden Tools bekommst du das Zeltklima gut in den Griff. Und keine Sorge: Auch wenn’s mal zu heiß oder zu kalt wird, erholen sich die Pflanzen meist wieder, wenn du schnell reagierst.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich, dass die Temperatur im Growzelt nicht stimmt?

Oft merkst du es erst, wenn deine Pflanzen gestresst reagieren: Sie lassen die Blätter hängen oder stellen das Wachstum ein. Im Sommer kann es schnell über 30 Grad werden, während es im Winter – besonders nachts ohne Licht – oft zu kalt wird.


Wie und wo messe ich das Klima am besten?

Ein Thermo-Hygrometer gehört in jedes Zelt. Platziere es am besten direkt auf Pflanzhöhe, nicht ganz oben oder unten, um realistische Werte zu bekommen. Digitale Modelle mit Min-/Max-Funktion sind super, um Schwankungen im Blick zu behalten.


Was hilft, wenn sich im Sommer die Hitze staut?

Hier ist gute Belüftung Pflicht: Eine starke Abluft saugt die Wärme ab, während Umluftventilatoren Stauhitze verhindern. Auch der Standort ist sehr wichtig - ein kühler Keller ist besser als ein aufgeheizter Dachboden.


Warum lohnt sich der Umstieg auf LED-Lampen?

Klassische Natriumdampflampen (NDL) produzieren extrem viel Abwärme. LEDs sind nicht nur stromsparender, sondern bleiben auch deutlich kühler. Das hilft dir massiv, die Temperaturen im Sommer unten zu halten.


Wie halte ich meine Pflanzen im Winter warm?

Fällt die Temperatur unter 18 Grad, wird es kritisch. Dämme dein Zelt (z.B. mit Styroporplatten darunter) oder nutze thermostatgesteuerte Heizlüfter und Heizröhren, um die Temperatur stabil zu halten, wenn das Licht aus ist.


Wie schütze ich die Wurzeln vor Kälte?

Ein warmes Wurzelmilieu ist besonders für die Anzucht wichtig. Heizmatten sind hier eine einfache und effektive Lösung. Auch eine isolierende Unterlage unter den Töpfen hilft, damit die Kälte nicht von unten in die Wurzeln zieht.


Wann sollte ich die Beleuchtungsphase einstellen?

Ein cleverer Trick für Sommer und Winter: Lass die Lampen nachts laufen. Im Sommer nutzt du so die kühlere Nachtluft, und im Winter dient die Lampe als Heizung, wenn es draußen am kältesten ist.


Was hat die Luftfeuchtigkeit mit der Temperatur zu tun?

Beides hängt eng zusammen. Warme Luft speichert mehr Feuchtigkeit (Schimmelgefahr!), während Heizungsluft im Winter oft zu trocken ist. Achte auf ein gutes Gleichgewicht, besonders in der Blütephase, und nutze bei Bedarf Be- oder Entfeuchter.

Loading ...